Aktuelles

Gegenseitige Besuche stärken die Einheit in Uster

Der Allianz-Gottesdienst ermöglicht die Entwicklung der Gebets- und Freundschaftstreffen
Für Manuel Gräf ist die Entwicklung bemerkenswert: Aus monatlichen Gebetstreffen sind Freundschaften entstanden, die heute zu gemeinsamen Gottesdiensten, Stadtfest-Aktionen und regelmässigen Besuchen zwischen den Gemeinden führen.

Manuel Gräf wirkt seit vier Jahren als Pastor der Pfingstgemeinde in Uster. «In der Allianz hat sich in dieser Zeit viel verändert. In allen Gemeinden wechselten die Pastoren zu einer neuen Generation.»

Erich Pfister, Leiter des Gebetshauses Uster, hat stets die Bedeutung des Gebets betont, «unabhängig davon, wie die Allianz funktionierte oder nicht funktionierte. Das Gebet war immer da. Jeden Monat. So wurde daraus zudem ein Gebets- und Freundschaftstreffen.»

Mit der neuen Generation wollte man auch den Allianz-Gottesdienst anders gestalten. «Das war der Startschuss, dass man mehr und mehr freundschaftlich unterwegs war und die Mauern der Gemeinden bröckelten.»

Der neutrale Ort als Brücke

Manuel Gräf

«Das gefällt mir», hält Manuel Gräf fest. «Ich mag das Gärtli-Denken nicht.» Die Allianz-Gottesdienste finden nun im Stadthof-Saal in Uster statt, wodurch die Hemmschwelle für Nicht-Kirchgänger sinkt. «Es ist wertvoll, die Veranstaltung an einem neutralen Ort zu organisieren. 550 Leute sind zusammengekommen, wesentlich mehr als früher in den kirchlichen Räumen. Es ist so schön, andere Christen zu treffen, darunter manchmal auch Leute, von denen man es nicht wusste.»

Die Gemeinden der Allianz haben eine hohe Frequenz, was eigene Veranstaltungen und Programme anbelangt. «Dann noch etwas Grosses auf die Beine zu stellen, ist nicht ohne. Doch vor zwei Jahren haben wir gemeinsam mit der Viva-Kirche zwei Sommerferien-Gottesdienste durchgeführt.» Alle dabei an Bord zu haben, wäre zu aufwändig gewesen. «Aber das Nutzen von Synergien kommt mehr und mehr. So laden wir zum Beispiel zu Impulsmorgen für Familien ein. Zwei bis drei Gemeinden sind federführend und die anderen sind jeweils eingeladen.»

Warum nicht für alle?

Mit der Zeit kam der Gedanke auf: «Warum nicht für das, was wir eh schon tun, gleich offiziell die Türen noch grösser machen und die Mitglieder der anderen Gemeinden einladen?»

Nun besuchen sich die Gemeinden drei bis viermal im Jahr gegenseitig (zum nächsten Mal am 19. September). «Zum Beispiel findet ein Lobpreisabend in der Heilsarmee oder ein Taizé-Abend in der reformierten Kirche statt. So hat man die Möglichkeit, verschiedene Dinge kennenzulernen, seinen Horizont zu erweitern und davon zu profitieren. Erst kürzlich wurde eine Bibelstunde in der Freien Kirche Uster (FKU) durchgeführt. Die Angst, Mitglieder zu verlieren, hat abgenommen. Früher fürchtete man, dass die eigenen Leute abwandern, wenn man Werbung für andere macht.»

Verbundenheit gestärkt

Am höchsten wertet Manuel Gräf das freundschaftliche Miteinander. «Dass drei, vier von uns in die Bibelstunde zu anderen gehen und die Verbundenheit der Christen in Uster gestärkt wird.» Ganz nach dem biblischen Appell, dass die Welt Christus in der Liebe der Christen untereinander erkennen soll.

«Wenn es nur um einen einzelnen Allianzgottesdienst im Jahr geht, ist das schwierig. Ich wünsche, dass man gut miteinander spricht, man sich auf der Strasse erkennt und es keine Rolle spielt, ob jemand in die Heilsarmee geht, Pfingstler ist oder die Viva-Kirche besucht.»

Schön sei, «dass dies aus der Verbundenheit im Gebet und dem Leben teilen entstanden ist. Ich feiere es, wenn Viva und Pfingstgemeinde es schaffen, gemeinsam einen Gottesdienst zu gestalten. Das war vor 15 Jahren noch anders, und man hat auch anders übereinander geredet.»

Mittendrin im Stadtfest

Der Living-Bus

Manuel Gräf freut sich, dass gemeinsam etwas für Uster erreicht werden kann. «Letztes Jahr waren wir beim Stadtfest dabei, das alle zehn Jahre stattfindet. Alle Vereine waren aufgerufen, etwas beizutragen. Wir als Leiter der Gemeinden wollten auch präsent und engagiert sein.»

Es wurden mehrere Veranstaltungen für die Allgemeinheit organisiert, «unter anderem mit einer Abfallsammelaktion und alle Angebote beworben mit einem gemeinsamen Flyer». Dies habe gute Verbindungen untereinander geschaffen und den Besuchern viel Freude bereitet. «Es gab Angebote wie Bubble-Soccer, Silent-Disco oder ein Tischtennis-Match. Dazu kamen Angebote wie Eis vom Bauernhof, die Abfallsammelaktion, Heilungsgottesdienst, Living-Bus und Armee-Brot. Am Sonntag fand zudem ein Stadtfest-Gottesdienst statt, wobei Pastoren der Katholischen Kirche, Viva-Kirche und der Heilsarmee gemeinsam predigten.»

Wichtig bei der Zusammenarbeit ist, «dass man sie aus Freundschaft und Natürlichkeit macht, nicht einfach nur, um etwas zu tun oder zu erfüllen». Zur Evangelischen Allianz Uster gehören die EMK Uster, Viva Kirche Uster, die Freie Kirche Uster, die FMG, die Pfingstmission, die Heilsarmee, die Reformierte Kirche, das Gebetshaus, die Diakonie Uster und die Iglesia Cristiana Cuerpo de Cristo.

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern.

Datum: 05.07.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

Werbung
Livenet Service
Werbung