«Lass Gott ins Unperfekte deines Lebens»
Gleich zu Beginn des Gesprächs fragt Talk-Moderatorin Sabine Derron, was Déborah Rosenkranz gerade beschäftigt und was ihr Herz bewegt. Diese betont, dass sie zwar immer noch auf Bühnen präsent ist, allerdings weniger als noch vor einigen Jahren. Der Grund: Sie hat den Eindruck, dass etwas Neues dran ist «und das braucht Zeit, um zu wachsen, bevor ich es wieder auf die Bühne tragen kann». Der Ort, an dem diese Neuausrichtung entsteht, ist das klassische «stille Kämmerchen», von dem bereits in der Bibel in Matthäus, Kapitel 6, Vers 6 die Rede ist. Genau hier, abseits von Bühnenpräsenz und Social Media, finden die 90 Prozent statt, die niemand sonst sieht: Tränen, Neuausrichtung, Gebet und Gottesbegegnung. Déborah lacht. «Ich bin halt auch keine 20 mehr … und ich weiss, wenn ich mich nicht um diese stille Zeit kümmere mit Gott, dann entsteht daraus auch nichts.»
Zeit der Balance
Diese stillen Momente helfen Déborah, sich immer wieder auszurichten. Sie hat keine Assistentin, die ihre Termine sortiert: Sie bespricht sie mit Gott. Sie schreibt praktisch täglich biblische Impulse, Gedanken und Ermutigungen für andere auf – das ist der Schwerpunkt ihrer Arbeit geworden –, aber in diesen Momenten nimmt sie eine Bibel in die Hand, die erst einmal nur für sie da ist und lässt sich selbst von Gottes Wort berühren. Fast hört es sich selbstverständlich an, wenn sie dabei unterstreicht: «Ich stelle mir jeden Morgen wirklich ganz kindlich vor, dass ich erst einmal in seine Arme laufe und mir meine Umarmung abhole …, weil ich dann auch weiss, ich bin geliebt, ich bin genug.» Was sich beinahe naiv anhört, ist allerdings in schweren Zeiten hart erkämpft.
Zeit für Rückhalt
In Problemen wie auch im Rampenlicht, in Hochs und Tiefs, war ihre Familie immer ein besonderer Rückhalt. Ihr Vater stand und steht immer im Gebet hinter ihr. «Mein Vater ist der grösste Beter, den ich kenne», sagt Déborah klar und ergänzt: «Meine Mutter ist das grösste Glaubensvorbild, das ich kenne, weil sie es immer geschafft hat, Gottes Wort über jede noch so schwierige Situation auszusprechen.»
Doch auch das Familienleben war längere Zeit umkämpft – gerade die Beziehung zu ihren Brüdern. Als die Sängerin Gott einmal ihr Leid klagte und ihn um Hilfe bat, das zu ändern, hörte sie jedoch ein unbequemes: «Halt mal die Klappe, Déborah. Geh mal in so ein Treffen, einfach nur mit Liebe. Und hör zu.» Das hat vieles geändert. Gerade von ihren Eltern erzählt Déborah im Gespräch noch einiges und es wird deutlich: Das sind keine Superchristen, aber in ihrer einfachen und gläubigen Art gebraucht Gott sie immer wieder auf ganz besondere Weise.
Zeit für Heilung
Déborah Rosenkranz steht als Person für Erfolge im Rampenlicht genauso wie für Kämpfe mit Magersucht, Depression und Suizidgedanken. Sie hat erlebt, wie Gott ihr Heilung schenkte und kommuniziert dies auch als Hoffnungsbotschaft für andere. Das gilt in Veranstaltungen, bei denen sie spricht und sieht, «wie Gott es schafft, zu einem zwölfjährigen Mädchen genauso zu sprechen wie zu einem Geschäftsmann mitten im Leben und einer Rentnerin. Das schafft nur er.»
Allerdings hat sich ihre Erwartung, wie Gottes heilendes Eingreifen aussieht, im Laufe der Zeit verändert. Sie lädt Menschen ein, Gott ins Unperfekte ihres Lebens hineinzulassen, um ihn zu erfahren. Oft kommt dabei etwas in Bewegung und Menschen werden frei. Doch Déborah sagt klar: «Ich erwarte nicht mehr, dass die äusseren Umstände sich ändern. Ich bitte Gott immer darum, dass er mich im Inneren verändert.» Kerngedanken ihrer ermutigenden Botschaft sind immer wieder: Wende dich an Gott und suche auch Anschluss an Menschen, denn «da draussen gibt es Menschen, die dich lieben, wie du bist».
Weiterführende Links:
Buch: «Ein Wunder für jeden Tag»
Zum Impulsangebot von Déborah Rosenkranz.
Zum Talk:
Datum: 16.06.2026
Autor:
Hauke Burgarth
Quelle:
Livenet