Peter Rahm: «In Madrid wurde Geschichte geschrieben»
Madrid wurde Anfang Mai zum Schauplatz eines der grössten evangelikalen Treffen Europas und dem grössten in der Geschichte Spaniens. Beim Anlass «The Change Madrid 2026» versammelten sich (je nach Quelle) zwischen 35'000 und 45’000 Menschen für ein abwechslungsreiches fünfstündiges Programm im Stadion von Atlético Madrid. Unter den Teilnehmenden aus 30 Nationen war auch Peter Rahm, Mitglied der «Landeskirchlichen Gemeinschaft JAHU» in Biel.
Seine Reise nach Madrid entstand aus einem persönlichen Impuls: «Ich hörte von John Sagoe, Leiter der New International Church, in Biel von diesem Anlass; mit ihm bin ich verbunden, seitdem ich in seiner Gemeinde die Schule für den prophetischen Dienst in der Gemeinde besuchte. Am Event interessierte mich vor allem das Kingdom Summit Business Seminar. Ich spürte ein Drängen, mich dort mit Geschäftsleuten zu vernetzen und unsere innovativen Lösungen, die wir mit der ‘BB Wertmetall AG’ anbieten, bekannt zu machen. Ich ging aber als Privatperson hin.»
Auftakt mitten in der Stadt
Das Wochenende begann nicht im Stadion, sondern mitten in der Stadt. Peter Rahm beschreibt ein vielfältiges Programm: «Am Freitag begann es mit Evangelisation in der Innenstadt. Dann kam man zum Worship auf dem Plaza Mayor im historischen Zentrum von Madrid zusammen.» Am Samstag fanden am Mittag «Kingdom Summit Seminare» statt. Peter Rahm schaffte es an den Business Summit und konnte für ihn interessante Kontakte knüpfen.
Am Abend dann der Höhepunkt im monumentalen Stadion mit Worship, Evangelisation, Botschaften, Zeugnissen, Aufrufen, Prophetie, Fürbitte und Segnungen. Zum Abschluss beteten mehrere Leiter für Spanien und für eine geistliche Erneuerung. Die Abrundung und Krönung gelang mit dem Weltstar BeBe Winans und einem internationalen Chor von Gospelsängern, die sich im Vorfeld dafür einschreiben und dann gemeinsam auftreten durften.
Am Tag darauf erhielt Rodrigues Pereira, Initiator und Hauptverantwortlicher des Events, zahlreiche ermutigende Feedback von Gemeindeleitern: Viele Teilnehmende hatten Jesus in ihr Leben eingeladen und allerlei Heilungen wurden bezeugt. Geisterfüllt und in Sprachen betend seien Teilnehmer aus dem Stadion gekommen. «Damit wurde unter den evangelikalen Christen in Spanien Geschichte geschrieben», so Pereira.
«The Change Madrid 2026» brachte Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen, mit einer besonders sichtbaren Beteiligung junger Menschen sowie evangelikaler Gemeinschaften aus Lateinamerika, daneben Teilnehmende aus 30 Ländern Europas und Afrikas.
Dani Alves berichtete über Gefängnis
Das Programm vom Samstag begann mit einer ausgedehnten Anbetungszeit und verschieden Lobpreisleitern, darunter Marcos Brunet, Débora Romo, Kike Pavón und MOG Music. In den Botschaften wurde betont, dass Einheit nicht Gleichförmigkeit bedeute und dass der christliche Glaube auch heute gesellschaftliche Relevanz hat.
Zu den besonders beachteten Momenten gehörte das Zeugnis des ehemaligen Fussballstars Dani Alves. Der dreifache Champions-League-Gewinner berichtete öffentlich über seine Zeit im Gefängnis und sagte: «Ich habe 14 Monate im Gefängnis verbracht, aber im Gefängnis hat Christus mich befreit.» Weiter erklärte er: «Ich habe alles verloren, aber im Verlust von allem habe ich Jesus gefunden.» Alves ermutigte die Zuhörer mit den Worten: «Ich weiss nicht, welche Gefängnisse ihr durchlebt, aber Christus kann diese Mauern niederreissen.»
«In das Haus des Vaters zurückkehren!»
Im zweiten Teil des Abends folgten Predigten verschiedener internationaler Sprecher. Der portugiesische Pastor und Hauptorganisator des Anlasses, Rodrigues Pereira, griff das Gleichnis vom verlorenen Sohn auf und lud die Menschen ein, «in das Haus des Vaters zurückzukehren». Wer auf den Glaubensaufruf reagieren wollte, wurde eingeladen, dies durch das Einschalten der Taschenlampen am Mobiltelefon sichtbar zu machen; ein Moment, der das Stadion sichtbar erleuchtete.
Für Peter Rahm hat das Ereignis auch eine über den Anlass hinausgehende Bedeutung: «Die evangelikalen Christen haben mit dieser Veranstaltung in Spanien Geschichte geschrieben, die eigentlich von aussen initiiert wurde. Rodrigues Pereira, der Hauptverantwortliche von The Change, wirkt von Portugal aus. Er ist Gründer von The Change, Direktor der European Supernatural School (ESSM), des Kingdom Business Center und des Portugal House of Prayer (PHOP). In Gottes Auftrag sollte es in Spanien dazu kommen, dass so viele Evangelikale wie noch nie zusammenkommen. An einem prestigeträchtigen Ort erlebten sie eine Ausgiessung des Geistes. Er glaubt, dass Gott mit Spanien dran ist und etwas auslöst. Und Spanien ist für ganz Südamerika wichtig. Ich glaube, dass da ein Wind auch in Richtung Schweiz bläst. St. Jakob Stadion, mach dich bereit!»
Fast vorzeitig abgeblasen
Peter Rahm beobachtet zudem, dass das Treffen in Madrid bei manchen Erwartungen an die geistliche Entwicklung Europas geweckt hat: «Zwei Dinge sind spannend: Manche sagten, dies sei Teil des Anfangs einer Erweckung für Europa und dass etwas aus Spanien auf ganz Europa ausgeht. Eine Woche nach Madrid war ich an einem Seminar von Claude Widmer der ‘Akademie für Prophetie’ in Zürich. Dort kam ein Wort, dass ein erwecklicher Geist aus dem Süden kommt. Damit muss Madrid gemeint sein.»
Bewegt hat ihn eine Geschichte aus dem Umfeld der Organisation: In einem Youtube-Interview erzählt Rodrigues Pereira, dass es einen Moment gab, in dem er aufgeben wollte, weil Pastoren abgesprungen sind und manches schiefgelaufen sei. Er sagte zu seiner Frau, dass er aufhören wolle und dass er Gott wohl nicht richtig verstanden habe. Am gleichen Tag erhielt er einen Anruf von John Sagoe aus der Schweiz mit folgendem prophetischen Wort: «Ich weiss nicht, was gerade geschieht, aber es gibt Leute, die dich gerade entmutigen wollen in dem, was du für den Herrn tun möchtest. Aber vergiss nicht, womit Gott dich beauftragt hat. Er wird dir die richtigen Leute geben, um vorwärts zu gehen.» Das war das richtige Wort zur richtigen Zeit und der Wendepunkt der Vorbereitungen.
Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas.
Datum: 24.05.2026
Autor:
Daniel Gerber
Quelle:
Livenet