Achtung, Irland: Israel bleibt Gottes Augapfel
Zwischen Irland und Israel fanden gerade zwei Fussballspiele statt. Irland wollte die Partien boykottieren – weil Israel einen Völkermord begehe. Die Spieler stimmten ab und traten dann doch an. Ausser Goalie Gavin Bazunu, der verkündete, es sei eine seltene Gelegenheit, sich für «etwas Grösseres» einzusetzen.
Handschlag-Skandal
Eine Schande: Die Iren senkten während der israelischen Nationalhymne Hatikvah ihre Köpfe, um gegen Israel zu protestieren. Und anschliessend verweigerten sie den israelischen Spielern den Handschlag.
Zur Einordnung für alle die Menschen, die dem Fussball nicht so nahe stehen: Dass ein komplettes Team den Gegner nicht anfassen will, kommt nahezu nie vor. Ausser, wenn Nordkorea auf Südkorea trifft. Aber an der vergangenen Fussball-WM wurden zum Beispiel alle Hände der Iran-Spieler freundlich abgeklatscht. Und dass Spieler bei der Hymne des Gegners den Kopf senkten, habe ich noch nie erlebt. So hoch ist also die Eskalationsstufe.
Moderner Antisemitismus
Dieser Israel-Hass ist unerträglich! Und Irland hat dabei leider eine Vorreiterrolle in Europa – nicht nur Linke, nein, durch alle Parteien hindurch geht auf der grünen Insel dieser Antisemitismus.
Richtig gelesen: Israel-Hass ist Antisemitismus! Selbstverständlich kann man die Politik von Netanjahu, Ben-Gvir oder Smotrich kritisieren. Man darf die Kriegsführung im Gazastreifen hinterfragen und die Siedlungspolitik im Westjordanland kritisch betrachten.
All das ist legitime Debatte. Aber Israel als Ganzes zu hassen und jüdische Sportler zu ächten, überschreitet jede rote Linie. Die Dämonisierung Israels ist moderner Antisemitismus: Israel ist der einzige jüdische Staat der Welt – keine andere Nation wird derart heftig angefeindet und bedroht. Wenn Israel seine Waffen niederlegte, würde es noch heute überrannt.
Das ist aber selbst dem UN-Menschenrechtsrat egal. Zumindest hat dieser Rat in den letzten 20 Jahren 110 Verurteilungen gegen Israel ausgesprochen. Nur 20 gegen den Iran und 20 gegen Nordkorea.
Deckmantel angeblicher Solidarität
Was mich aber noch trauriger macht, ist, dass dieser Israel-Hass heute auch bei uns salonfähig geworden ist. Unter dem Deckmantel der Solidarität mit Palästina wird Israelfeindlichkeit gar als moralische Pflicht gefeiert.
Was sagten unsere Medien über den verweigerten Handschlag? Sie blieben tiefenentspannt. Erst, als eine israelische Journalistin bei einer Pressekonferenz den irischen Trainer auf die Beinahe-Terror-Katastrophe der Flydubai ansprach und die Konferenz daraufhin abgebrochen wurde, sprangen einige Medien aufs Thema auf. Oder als beim zweiten Spiel angeblich ein Israeli einen Iren angespuckt haben soll. Wenn Israelis Fehler machen, stehen unsere Medien Gewehr bei Fuss.
Herr, behüte dein Volk!
Ich gebe zu, das ist keine auferbauende Kolumne. Zum Abschluss kratze ich aber die Kurve und ende positiv: Gott hält seine Hand über sein Volk. Ich kann mich über den teuflischen Antisemitismus aufregen, er kann mich erschüttern, mir den Schlaf rauben. Oder aber, ich bringe das Thema zu Gott und lasse es los.
Denn die Bibel ist klar: «Gesegnet sei, wer dich (Israel) segnet, und verflucht, wer dich verflucht!» (4. Mose 24,9 LUT) Der Begriff vom «Augapfel Gottes» (u.a. Sacharja 2,12) bringt es auf den Punkt: Wer das jüdische Volk antastet, greift nach dem Empfindlichsten, das Gott hat.
Ich kann also eine Kolumne gegen Israel-Hass schreiben, alles gut und recht. Vor allem aber will ich auf meine Knie sinken und beten: Herr, behüte dein Volk!
Zum Autor: Sam Urech ist verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam hat viele Jahre beim Blick als Sportjournalist gearbeitet und ist heute Inhaber der Kommunikations-Agentur «ratsam».