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Zum Tod von Maria Prean: Sie baute ein ganzes Dorf

Die Ugander nannten Maria Prean ihre «schwarze Mutter mit der weissen Haut».
In einem Alter, in dem sich andere zur Ruhe setzen, begann Maria Prean ihr Lebenswerk, das unzählige Leben veränderte. In Uganda errichtete sie das African Village mit Waisenhäusern und Schulen. Nun ist sie im Alter von 87 Jahren gestorben.

Wer das African Village von Maria Prean in Uganda besucht, findet sich in einem hochinteressanten Mikrokosmos wieder: Auf dem riesigen Compound gibt es zwei Kindergärten, eine Schule, Ausbildungsstätten für verschiedene Berufe, einen Stand, bei dem die beliebten ugandischen «Rolex» frisch zubereitet werden, eine Cafeteria, ein Restaurant und vieles mehr, wie zum Beispiel einen Coiffeur-Salon.

Zum Dorf gehört ausserdem ein Hotelbetrieb, den Livenet im Jahr 2024 besuchte und dessen Einnahmen in Schulen, Medizin und Infrastruktur fliessen, während die Gäste Teil der Vision werden: der Förderung von Bildung und Chancen in Uganda.

Ein Lebenswerk, das Leben verändert

Besonders eindrücklich: Maria Prean gründete «Vision for Afrika» im Jahr 2001, im Alter von über 60 Jahren, und der Bau von Waisenhäusern und Schule erfolgte ab dem Jahr 2003… In einer Zeit, in der sich andere zur Rente setzten, begann sie mit dem Aufbau ihres Lebenswerks – einem Lebenswerk, das unzähligen Menschen ein besseres Leben ermöglicht.

In der Schule arbeitet beispielsweise Andrew Maena, Leiter von «Floorball4all» – Uganda seit 17 Jahren als Lehrer. Oder Godfrey Lwesibawa: Er trainiert mitten im African Village auf einem Fussballplatz junge Fussballer und Fussballerinnen auf hohem Niveau. Lwesibawa spielte früher für die Topclubs des ostafrikanischen Landes. Sein Engagement kommt nicht von ungefähr, wie er gegenüber Livenet erklärte: Godfrey Lwesibawa besuchte bis zum College-Alter selbst die Schule auf dem Compound von Maria Prean.

«Gott spielt keine Rolle…»

Regelmässig reiste die gebürtige Österreicherin zurück nach Europa, um als Rednerin die Zuhörer zu bewegen und Spenden für ihre Arbeit vor Ort zu sammeln sowie für Touren mit ihrem Kinderchor «Vision Choir».

Bekannt wurde sie für ihre zahlreichen Bonmots wie «Gott spielt in meinem Leben keine Rolle – er ist der Regisseur» oder «Komm in deine Bestimmung. Gott hat dich als Original erschaffen, stirb nicht als Kopie», die zu Titeln von zwei ihrer zahlreichen Bücher wurden.

Au-pair in London

Maria Prean wuchs in einer katholischen Familie auf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung sowie ihrer Matura, unterrichtete sie drei Jahre lang als Lehrerin Betriebswirtschaft, Stenografie und Maschinenschreiben.

Ein einjähriger Au-pair-Aufenthalt in London erweiterte ihren Horizont. 1961 erwarb sie die Lehrbefähigung für Englisch an Hauptschulen und trat anschliessend eine Stelle in Innsbruck an. Ihr Wunsch, selbst Mutter zu werden, führte sie dazu, als SOS-Kinderdorfmutter tätig zu werden. Nach vier Jahren in Dornbirn kehrte sie 1966 krank und erschöpft nach Innsbruck zurück.

In die USA ausgewandert

Es folgten einige Jahre in einem Steuerberatungsbüro, bevor sie 1972 in die USA auswanderte. Die knapp 14 Jahre in Übersee prägten ihre geistliche Entwicklung. Beruflich war sie zunächst als Hotelmanagerin tätig, leitete später eine christliche Buchhandlung und arbeitete schliesslich als Sekretärin an einer Ausbildungsstätte für Seelsorge. In den letzten beiden Jahren vor ihrer Rückkehr in die Heimat war sie als selbstständige Seelsorgerin tätig.

1986 begegnete sie Herbert Prean, den sie noch im selben Jahr heiratete. Nach der Pensionierung ihres Mannes im Jahr 1987 bauten sie gemeinsam eine Gemeinde im Zentrum von Innsbruck auf und gründeten das Missionswerk «Leben in Jesus Christus e. V.». Später liessen sie sich im Tiroler Hoch-Imst nieder. Dort konnten sie mehrere Häuser erwerben, die ihnen als Räumlichkeiten für Seminare, Vorträge und Schulungen dienten. Auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1992 führte Maria Prean diese Arbeit weiter.

Eine Reise nach Uganda im Jahr 1995 war der Auftakt eines ganz neuen Kapitels: Sie entdeckte ihre tiefe Verbundenheit zu den Menschen des ostafrikanischen Landes.

«Schwarze Mutter mit weisser Haut»

Der Rest ist Geschichte. Eine Geschichte, über die Maria Prean beispielsweise vor zehn Jahren im Interview mit Livenet erklärte: «Ich liebe die Ugander und bin wirklich eins geworden mit ihnen. Sie nennen mich auch ihre ‘schwarze Mutter mit der weissen Haut.’»

Weiter hielt Maria Prean damals fest: «Wir sind so dankbar für die Hand Gottes, die ganz stark auf dem Werk von ‘Vision for Africa’ liegt. Wir haben jetzt schon 11'000 Kindern eine Schulausbildung ermöglicht. Rund 5'000 sind schon auf eigenen Füssen, und um die 6'000 sind noch in unserem Programm, von Kindergarten bis Universität und praktischer Berufsausbildung. Das Werk ist unwahrscheinlich gewachsen mit fast 600 Mitarbeitern; einschliesslich der vielen Bauarbeiter. Der Herr hat uns um die 150 Hektar Land zur Verwaltung und Bearbeitung anvertraut, davon ist auch sehr viel Landwirtschaft.»

Viel besuchter Gebetsberg

Neben dem Village lädt das Werk ausserdem auf einen Gebetsberg, wie Maria Prean berichtete. «Den Gebetsberg in Tongolo haben wir dem Herrn geweiht als Begegnungsstätte für Leiter aus der Politik, der Wirtschaft und der Kirche. Es finden regelmässig Konferenzen statt mit Leitern aus allen Ebenen des Lebens und sehr viel Heilung, Befreiung und Glaubensstärkung ist dadurch schon von diesem Berg geflossen.»

Maria Prean hinterlässt ein ebenso reichhaltiges wie nachhaltiges Erbe in den Herzen tausender Menschen in Afrika und Europa. Im Alter von 87 Jahren ist sie am 15. Oktober 2026 zu ihrem Schöpfer heimgegangen.

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern.

Datum: 16.10.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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