So machten Kirchen Schlagzeilen

Der Glaube verbindet

So machten Kirchen Schlagzeilen
Auch in der vergangenen Woche kamen die Kirchen in die Schlagzeilen. Es fielen der neue Religionsmonitor, gemeinsames Kochen und die digitale Auszeit von Christen auf.

Der Religionsmonitor 2026 der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass sich der Zusammenhalt nach dem deutlichen Einbruch von 2023 teilweise erholt hat. Die Studie macht zudem deutlich, dass Religiosität auch in einer zunehmend säkularen Gesellschaft eine wichtige Ressource für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein kann.

Dieses Potenzial entfaltet sich jedoch nicht in allen Religionsgemeinschaften gleichermassen. Ein gelingender Zusammenhalt ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, als Gesellschaft Krisen zu bewältigen, Konflikte konstruktiv auszutragen und Veränderungen gemeinsam zu gestalten. Die öffentlichen Auseinandersetzungen bilden nur einen Ausschnitt der gesellschaftlichen Realität ab. Empirische Studien lassen erkennen, dass das solidarische Fundament der Gesellschaft weiterhin intakt ist. Besonders im unmittelbaren sozialen Umfeld erleben viele Menschen den Zusammenhalt nach wie vor als stark und stabil, selbst wenn sie dessen Zustand auf gesamtgesellschaftlicher Ebene deutlich kritischer beurteilen.

Religion kann soziale Beziehungen stärken, Engagement fördern und Brücken zwischen unterschiedlichen Gruppen schlagen. Für den Zusammenhalt ist nicht nur bedeutsam, unter welchen materiellen und sozialen Bedingungen Menschen leben. Eine Rolle spielt auch, wie sie ihre gesellschaftliche Umwelt wahrnehmen und welche – auch religiösen – Vorstellungen eines guten Zusammenlebens ihr Handeln prägen. Insgesamt spielt Religiosität eine positive und im Vergleich zu Bildung und Einkommen relevante Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Menschen mit mittlerer oder hoher Religiosität nehmen im Durchschnitt einen höheren gesellschaftlichen Zusammenhalt wahr als wenig oder gar nicht religiöse Menschen. Dieser Zusammenhang bleibt auch bestehen, wenn soziodemografische, sozioökonomische und politische Merkmale berücksichtigt werden. Damit erweist sich Religiosität als relevante Ressource für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Himmlische Genüsse

Gemeinsam sollen vegane Gerichte zubereitet werden.

Mit «Zusammen kochen – gemeinsam essen» weist «Aargau Tourismus» auf einen speziellen Event hin. In der hektischen Welt ist es oft schwer, Zeit für bewusstes Kochen, gemeinsames Essen und einen guten Austausch zu finden. «Genau das möchten wir mit euch erleben! Ob du bereits vegan lebst, dich für pflanzliche Ernährung interessierst oder einfach neugierig auf neue kulinarische Erfahrungen bist – du bist herzlich willkommen», heisst es in der Einladung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Aarau. Gemeinsam sollen vegane Gerichte zubereitet und anschliessend in gemütlicher Runde genossen werden. Neben dem gemeinsamen Kochen und Essen gehören auch Austausch und geistliche Impulse zu den Abenden.

Digital Detox: Immer mehr Briten suchen Zuflucht in Exerzitien

Vielen Menschen fällt es schwer, 24 Stunden ohne digitale Medien zu verbringen

Nur ein Viertel der Erwachsenen im Vereinigten Königreich (24%) gibt an, dass sie sich wohl dabei fühlen würden, mehr als 24 Stunden ohne digitale Medien und in Stille zu verbringen. Das geht aus einer neuen Opinium-Umfrage unter 2000 Erwachsenen in Grossbritannien hervor. Die Kluft zwischen den Generationen ist deutlich: Nur 14 Prozent der Unter-25-Jährigen und 16 Prozent der Studierenden gaben an, dass sie problemlos einen ganzen Tag offline und in Stille verbringen könnten, verglichen mit 32 Prozent der Über-55-Jährigen, die sich mit der digitalen Auszeit am wohlsten fühlten. Mehr als vier von zehn Erwachsenen (42%) gaben an, dass es ihnen schwerfallen würde, einen ganzen Tag in Stille ohne digitale Unterhaltung zu verbringen; bei den 18- bis 29-Jährigen stieg dieser Anteil auf 55 Prozent, gegenüber 34 Prozent bei den Babyboomern. Nur fünf Prozent gaben an, dass sie unbegrenzt lange in Stille sitzen könnten.

Unterdessen gewinnt die christliche Exerzitienbewegung zunehmend an Beliebtheit. Die «National Retreat Week», die von Renew All organisiert und von der Royal Foundation of St. Katharine ins Leben gerufen wurde, gibt an, dass sich ihre Reichweite in drei Jahren verfünffacht hat – von 260'000 Menschen im ersten Jahr auf 1,3 Millionen im Jahr 2025. An der Initiative beteiligen sich mittlerweile 107 Exerzitienzentren, Kirchen, Konfessionen und christliche Organisationen. An den Digital-Detox-Retreats kann man sein Handy einfach beiseite legen und ganz in die Gegenwart Gottes eintauchen.

Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.

Datum: 04.10.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Livenet

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