«Hilfsbereit»: Nächstenliebe zum Anfassen
Vor rund zehn Jahren stellten Mitglieder des EGW Belp fest, dass für unterschiedlichste persönliche Situationen ein Bedürfnis nach Hilfestellungen bestand. Obschon für viele Mitglieder selbstverständlich war, sich untereinander spontan zu helfen und dies schon seit Jahren, wollten sie ein zentrales Gefäss schaffen, in welchem Mitglieder schnell und unkompliziert Hilfe bekommen.
Daraus entstand ein erster Anlass, bei dem eine grundlegende Bedürfnisabklärung gemacht wurde. Dieser Anlass wurde gut besucht und man verfolgte das Thema weiter. Angedacht wurden drei Punkte:
- Unterstützung für Hilfesuchende mit dem Namen «Hilfsbereit»
- Begleitung von Asylsuchenden und Ausländern, Kulturschule
- Ausgabe von Lebensmittel im Sinne von «Tischlein deck dich».
Aus drei Ideen wurden zwei – und ein starkes Team
«Mittels einer Umfrage wurde ermittelt, wer konkret bereit ist, sich in diese neuen Arbeitszweige einzubringen. Daraus bildeten wir ein Kernteam. Am Anfang waren wir ein Sechser-Team, das sich regelmässig traf», berichtet Daniel Probst der EGW Belp.
Schon bald zeigte sich, dass es zusätzliche Helferinnen und Helfer braucht, um die neuen Wirkungsfelder in einem grösseren Rahmen umzusetzen und auf mehrere Schultern zu verteilen.
Aus den ursprünglich drei geplanten Projekten wurden schliesslich zwei. Das Vorhaben zur Betreuung von Asylsuchenden und «Tischlein deck dich» wurde fallen gelassen. «Wir merkten, dass in den umliegenden Gemeinden (politische Gemeinden) und Landeskirchen schon viel unternommen wurde.» Damit war dieser dritte Bereich in der Region bereits abgedeckt.
Angebot für EGW Belp
Zum Start beschränkte sich das Team auf das EGW Belp. Daniel Probst vom Kernteam erinnert sich: «’Hilfsbereit’ ist vor Ort bei Botengängen, Transporten für medizinische Versorgung, dem Ausfüllen von Steuererklärungen oder bei der Hilfe in und rund ums Haus. Vor allem ältere Leute, die an ihre Grenzen kommen, etwa bei kleineren Reparaturen und Gartenarbeiten, werden unterstützt. Wir begleiten sie auch bei Spaziergängen und nehmen uns Zeit für Gespräche.»
Nach vier Jahren merkte die Gruppe, dass sich der Radius erweitern lässt. «Wir boten unsere Hilfe auch der politischen Gemeinde und anderen Kirchen an. Heute leisten wir 20 bis 40 Einsätze pro Jahr, die alle von freiwilligen Helfern auf ehrenamtlicher Basis durchgeführt werden. Die Hilfesuchenden sind in erster Linie ältere Menschen, aber auch jüngere Familien bei Krankheiten oder nach Unfällen.»
Innerhalb 24 Stunden erreichbar
Das Angebot ist natürlich nicht 24/7 erreichbar – aber innerhalb von 24 Stunden via Handy. Daniel Probst: «Wir prüfen dann jeweils, ob wir etwas abdecken können. Das Ziel ist nicht langfristige Pflege oder Hilfe, da ist dann die Spitex oder eine andere Organisation zuständig. Das Ziel ist eine sofortige und kurzfristige Unterstützung.»
In den EGW-Publikationen wird sporadisch darüber berichtet, hinzu kommt Mund-zu-Mund-Propaganda. «Viele Menschen sind zurückhaltend und haben Hemmungen anzufragen.»
Zum Nachahmen empfohlen: «Prüft zuerst vor Gott»
Gemeinden, die ebenfalls interessiert sind, ein solches Angebot ins Leben zu rufen, empfiehlt Daniel Probst: «Am besten vorher eine Bedürfnisabklärung durchführen. Am Anfang finden es viele toll. Aber der Kreis, der das Ganze umsetzen kann, begrenzt sich dann auf wenige Helfer.»
Das EGW Belp mit dem neuen Predigerteam Markus Richner und Nicola Ampellio durchläuft eine erfreuliche Entwicklung, «wir sind am Wachsen, viele junge Familien stossen dazu. Der Glaube wird gelebt, das gehört für uns dazu.»
Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern.
Datum: 29.09.2026
Autor:
Daniel Gerber
Quelle:
Livenet