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Vereinte Nationen: Pro Life-«Kerngruppe» im Aufbau

Vertreter von Pro-Life-Organisationen aus aller Welt trafen sich in New York (Symbolbild)
Vertreter von Pro-Life-Organisationen aus aller Welt trafen sich am 17. und 18. September in Manhattan (New York), um die Gründung der ersten Pro-Life-Kerngruppe bei den Vereinten Nationen voranzutreiben.

Diplomaten, Abgeordnete, Führungskräfte und konservative Organisationen (wie das Institute for Women’s Health oder C-Fam) trafen sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York zum «Global Forum for Life, Family and Freedoms» mit Teilnehmern aus Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika. Das erklärte Ziel dieser «historischen» Initiative ist es, eine formelle «Pro-Life Kerngruppe» innerhalb der UN zu etablieren.

Eine UN-Kerngruppe (englisch: Core Group) ist ein informeller Zusammenschluss von UN-Mitgliedstaaten, um eine bestimmte politische Initiative, Resolution oder ein spezifisches Thema innerhalb der Vereinten Nationen voranzutreiben. Diese Gruppen sind keine offiziellen UN-Organe, spielen aber in der Diplomatie eine zentrale Rolle.

«Abenteuer des Glaubens»

Beim «Global Forum for Life, Family and Freedoms»-Treffen waren fast alle Kontinente vertreten.

Die Organisatoren bezeichneten das «Global Forum for Life and the Family» als «ein Abenteuer des Glaubens». Sie wollten einen «Samen säen», der zu einem diplomatischen Instrument heranwachsen soll, das die Positionen, Strategien und Massnahmen der Nationen koordiniert, die sich für das Leben, die Familie und die Grundfreiheiten einsetzen.

Ihre Initiative soll ein direktes diplomatisches Gegengewicht zur einflussreichen UN LGBTI Core Group schaffen (der auch viele westliche Staaten angehören). Die neue Kerngruppe soll Abstimmungen im UN-Plenum koordinieren, zum Beispiel um progressive Begriffe wie «sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte» aus UN-Resolutionen zu streichen.

Auf Basis der Genfer Konsenserklärung

Das wichtigste Instrument der Initiative ist die «Geneva Consensus Declaration» (Genfer Konsenserklärung), die ursprünglich im Jahr 2020 ins Leben gerufen wurde. Ihr gehören mittlerweile 43 UN-Mitgliedstaaten an (Stand: August 2026), darunter die USA, Ungarn, Ägypten, Uganda, die Russische Föderation sowie seit Sommer 2026 unter Präsident Javier Milei auch Argentinien. Die Kernprinzipien dieser Erklärung lauten:

  • Kein internationales Recht auf Abtreibung: Die Unterzeichnerstaaten betonen nachdrücklich, dass es kein völkerrechtliches Menschenrecht auf Schwangerschaftsabbrüche gibt. Gesetze in dieser Richtung sind eine rein nationale Angelegenheit.
  • Schutz des menschlichen Lebens in allen Lebensphasen.
  • Stärkung der Familie: Die Familie wird als grundlegende Einheit der Gesellschaft definiert.

Die Erklärung ist eine unverbindliche Absichtserklärung und stellt sich in offenen Gegensatz zu der Ansicht des UN-Menschenrechtsrates (UNHRC), der seit 2018 den Zugang zur Abtreibung als universelles Recht verankern will.

Spurgruppe gegründet

Um den komplexen Prozess auf eine Kerngruppe hin voranzutreiben, riefen die Teilnehmer des New Yorker Treffens eine Spurgruppe ins Leben, das die Initiative in einen formellen diplomatischen Antrag bei den Vereinten Nationen fassen soll. «Möge Gott das Werk unserer Hände segnen», schlossen die Teilnehmer und bekräftigten damit den spirituellen Charakter, der den gesamten Prozess geprägt hatte.

Das christliche Newsportal «Evangelical Focus» kommentiert: «Sollte dies gelingen, wäre New York der Geburtsort des ersten Pro-Life-Blocks innerhalb des einflussreichsten multilateralen Systems der Welt.»

Zum Autor: Reinhold Scharnowski ist Pfarrer, Netzwerker und Redaktor. 21 Jahre war er Pfarrer der FEGs in Thun und Steffisburg, dazu Leiter von DAWN Europa und drei Jahre Missionar in Bolivien. Heute im «Unruhestand», seit 2012 aktiv als Redaktor bei Livenet.

Datum: 26.09.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Evangelical Focus

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