Warum die Schweizer Nationalhymne bleibt
Wahrscheinlich empfinden es die meisten Menschen so wie ich: Die Schweizer Nationalhymne klingt ein wenig altertümlich-verschnörkelt. Doch noch aus einem anderen Grund erscheint sie wie aus der Zeit gefallen: Sie frömmelt extrem. Ehrlich gesagt: Ich gab ihr keine Überlebenschance. Lange Zeit war ich daher überrascht, dass die Versuche, sie zu erneuern, jedes Mal misslangen.
Es liegt am Fundament
Doch inzwischen ist mir klar geworden: Bei der Hymne soll es ja eben gerade gar nicht um heute gehen, sondern um die Erinnerung an das Fundament der Schweiz, und das wurde vor langer Zeit gelegt. Es geht uns heute gut, wir geniessen Freiheit und wir können deshalb stolz auf unser Land sein, weil es damals auf ein solides Fundament gestellt wurde. Darum darf die Hymne durchaus Worte enthalten, die vor 200 Jahren benutzt wurden, denn die grundlegenden Gleise wurden noch viel, viel früher gelegt.
Und sie darf auch an Gott erinnern, denn tatsächlich ist die Schweiz ein Land, das es nur aus einem Grund gibt: weil vor mehr als 730 Jahren ein Bund vor Gott geschworen wurde. Und ob du es glaubst oder nicht: Noch vor weniger als 200 Jahren waren praktisch alle Schweizer mit grosser Ehrfurcht davon überzeugt, dass es einen Gott gebe, der diesen Bund tatsächlich ernst genommen habe, weil die Schweiz damals gerade zweimal, ja, beinahe dreimal unterging, aber auf unerklärbare Weise von aussen her wieder auferweckt wurde.
Weitere Informationen zum Thema:
Vortrag von Kurt Beutler zum Thema
Buch «Die Schweiz und ihr Geheimnis»