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Katholisch, evangelisch – und islamisch

Von links nach rechts: der Bürgermeister von Penzburg, der Pfarrer der katholischen Gemeinde, der Pfarrer der evangelischen Gemeinde und der Imam der Moschee; mit dem neuen Schild, auf dem muslimische Gebete zu sehen sind.
Penzberg ist die erste deutsche Stadt, die neben den katholischen und evangelischen Kirchen offiziell die Moschee aufführt. Die religiösen Führer der Stadt sind sich einig, doch eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen dies ablehnt.

Am Eingang der Stadt sind wie üblich die Gottesdienste der christlichen Kirchen aufgeführt. Nach einem Gespräch des Bürgermeisters mit religiösen Leitern wurde in Penzberg als erster Stadt in Deutschland das islamische Freitagsgebet mit einem Bild der Moschee hinzugefügt, als die Schilder erneuert werden mussten. Nun gibt nach der katholischen und der evangelischen Kirche auch das «Islamische Forum» seine Gebetszeiten am Freitag an.   

Benjamin Idriz, Imam der Islamischen Gemeinschaft, begrüsste die Entscheidung als «Zeichen der Anerkennung, der Gleichbehandlung religiöser Gemeinschaften und der Religionsfreiheit».

Widerstand aus der Bevölkerung

Die Ankündigung, dass der Islam erstmals in Deutschland auf offiziellen Beschilderungen erwähnt werden sollte, sorgte in den sozialen Medien für einiges Aufsehen. 72 Stunden nach der Anbringung wurde das Schild, das auf die Moschee hinwies, schwarz besprüht. Die Polizei ging dem Vorfall nach, und sowohl der Bürgermeister als auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann riefen zu religiöser Toleranz auf.

Die Moschee, deren offizieller Name «Glaubensgemeinschaft Landkreis Weilheim-Schongau» lautet, ist über Penzberg hinaus bekannt. Sie wurde 1990 in einem modernen Gebäude gegründet; Gebete und Predigten werden dort in unterschiedlichen Sprachen (Türkisch-Bosnisch-Arabisch) gehalten und zwei Mal im Monat ausschliesslich auf Deutsch (im Gegensatz zu anderen Moscheen, in denen sie auf Arabisch stattfinden). Im Jahr 2019 wurde die Moschee von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht.

Umfrage: 58 % gegen die Angabe des Islam auf Hinweisschildern

Im Zuge der Kontroverse gab die Nachrichtenagentur Idea eine Umfrage in Auftrag, aus der hervorging, dass 58 % der 2'000 Befragten in Deutschland gegen die Angabe von Gebetszeiten für Moscheen auf offiziellen Hinweisschildern sind. 22 % sprachen sich dafür aus und 16 % gaben an, keine Meinung zu haben.

Nur die unter 29-Jährigen sprachen sich mehrheitlich (46 %) für die Initiative aus, während 33 % dagegen waren. Nach Religionszugehörigkeit waren Nichtgläubige am stärksten dagegen (67 %), gefolgt von Protestanten (65 %) und Katholiken (55 %). Von Evangelikalen aus freien Gemeinden lehnen es 41 % ab, den Islam gleichberechtigt auf die Hinweisschilder aufzunehmen.

Die offiziellen Gottesdienst-Schilder am Ortseingang gibt es in Deutschland seit 1960. In Penzberg gibt es mindestens zwei freikirchliche Gemeinden. Deren Gottesdienstzeiten wurden allerdings bisher noch nicht in die offiziellen Hinweisschilder der Ortsgemeinde aufgenommen.

Datum: 29.08.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Evangelical Focus / Islamisches Forum Penzberg

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