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Der feministische Freispruch der Taliban

Frauen in ganz Afghanistan leiden unter der isla­mi­schen Tali­ban (Symbolbild).
«Schreiende Stille» – unter diesem dramatischen Titel beleuchtet der Publizist Frank A. Meyer im Sonntagsblick vom 23. August die massive Blindheit westlicher Feministinnen gegenüber dem Taliban-Regime.

Überall erheben sie ihre Stimme: «Lärm um Genderismus, Lärm um Rassismus, Lärm um Machismus – wo immer sich Gelegenheit bietet, inkorrektes Verhalten zu beklagen, ertönt die Stimme feministischer Ordnungshüter», hält Frank A. Meyer fest. Und er ist erstaunt: Gegenüber der «frauenverachtenden» Politik der Taliban, die seit fünf Jahren in Afghanistan an der Macht sind, müssten die gleichen Stimmen doch einen weltweiten Aufschrei erheben.
Aber nichts. Es herrscht Stille.

«Lasst die afghanischen Frauen nicht im Stich!»

Meyer bringt ein Beispiel: In einer Repor­tage der ZDF-Kriegs­re­por­te­rin Katrin Eigen­dorf erzählt Has­sina, eine Inge­nieu­rin, vom unsäg­li­chen Elend der Frauen unter den isla­mi­schen Tali­ban. Und sie for­dert die Soli­da­ri­tät der freien Welt: «Lasst die afghanischen Frauen nicht im Stich!» Das Foto einer Strassenszene in Afghanistan mit zwei Dutzend tiefverschleierten Frauen und einem Taliban mit einer Art Stock-Peitsche in der Hand spricht Bände.

Meyer fragt: «Wo also sind die Auf­mär­sche und Sprech­chöre, die an das demo­kra­ti­sche Gewis­sen von Bür­ger­schaft und Poli­ti­kern appel­lie­ren, gar ent­schie­dene Massnah­men gegen das Regime der Frau­en­ver­skla­vung in Afghanistan zu erzwingen suchen?» Stattdessen Stille weithin.

Frauenverachtendes Credo

Auf der Suche nach Gründen stösst Meyer auf die US-Philosophin Judith Butler, Erfinderin der Gender-Theorie: «Sie betrach­tet Ver­schleie­rung und Burka als Aus­druck von Beschei­den­heit, fami­li­ärem Stolz und Schutz der vor west­li­cher Konsum­kul­tur.» Sein Fazit: «Der femi­ni­sti­sche Frei­spruch für die Tali­ban.»

Kritik nicht erlaubt

Meyer bringt ein Beispiel, wie dieser absolut selektive «Feminismus» bei uns wirkt: «An der Goe­the-U­ni­ver­si­tät in Frank­furt am Main wurde die Pro­fes­so­rin Susanne Schrö­ter aufs Hef­tig­ste ange­gan­gen, als sie sich erlaubte, das Tra­gen des Kopf­tuchs auch nur zur Dis­kus­sion zu stel­len. Der links­grüne Auf­schrei: 'Anti­mus­li­mi­scher Ras­sis­mus – Schrö­ter raus!'»

Freiheit ist unteilbar, auch Freiheit von Frauen. Der Artikel Meyers hinterlässt die laute Frage, ob man Stimmen ernst nehmen kann, die vermeintliche Verletzungen der Freiheit im jüdisch-christlichen Westen lautstark anprangern, dort aber, wo Frauen echt leiden, ohrenbetäubend schweigen.

Zum AutorReinhold Scharnowski ist Pfarrer, Netzwerker und Redaktor. 21 Jahre war er Pfarrer der FEGs in Thun und Steffisburg, dazu Leiter von DAWN Europo und drei Jahre Missionar in Bolivien. Heute im «Unruhestand», seit 2012 aktiv als Redaktor bei Livenet.

Datum: 24.08.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet.ch / Sonntagsblick

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