Die Bibeln in den Hotels jubilieren
Bibeln verteilen, mit Menschen über den Glauben sprechen und Kirchgemeinden unterstützen: Dafür engagiert sich Fredy Baumann aus Mauren als Präsident der Gruppe Weinfelden beim Gideonbund, schreibt der Kirchenbote Kanton Thurgau. Die christliche Vereinigung ist seit 65 Jahren in der Schweiz tätig und erreicht Menschen an den unterschiedlichsten Orten. Kleine Bibeln, die man in Hotels auffindet – dafür sind die Gideons in erster Linie bekannt. Doch die internationale christliche Vereinigung bietet noch vieles mehr an, und zwar auch in der Schweiz. Dieses Jahr feiert sie in Romanshorn ihr 65-jähriges Bestehen. Fredy Baumann sagt: «Unser Hauptanliegen ist, dass Menschen über die Bibel mit Gottes Wort in Kontakt kommen und auf diesem Weg zum Glauben an Jesus Christus finden.»
Gemeinsam mit seiner Ehefrau ist er seit dem Herbst 1993 beim Gideonbund tätig. Das Engagement mache beiden nach wie vor viel Freude. Zu den schönen Erlebnissen gehören für ihn zum Beispiel die mehrheitlich positiven Reaktionen von Schülerinnen und Schülern. Denn nebst den Hotels gelten für die Gideons auch Schulen ab der Oberstufe als wichtige Orte, um Bibeln anzubieten und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. Weitere Orte, an denen die Gideons regelmässig Bibeln verteilen, sind die Rekrutenschulen, Altersheime, Arztpraxen, Asylzentren und Gefängnisse. Vom 28. bis 29. August findet im Kornhaus Romanshorn die nationale Konferenz des Gideonbundes statt – diesmal anlässlich des 65-Jahr-Jubiläums.
Hoffnung kann man lernen
Die Schweiz schwimmt im Wohlstand, doch beim Blick nach vorne regiert oft die Unsicherheit. Zukunftsforscher Andreas Krafft erklärt, warum Einsamkeit der grösste Hoffnungskiller ist. Andreas Krafft forscht, woran die Schweiz glaubt – und woran sie zu zweifeln beginnt. Der Professor an der HSG St. Gallen sagt in einem Interview mit dem Beobachter über Hoffnung: «Hoffnung heisst: Man hat einen tiefen Wunsch, glaubt daran, und beschliesst zu handeln. Man wagt etwas und vertraut dabei. Gleichzeitig bleibt man realistisch. Hoffnung ist nicht dasselbe wie blinder Optimismus, der sagt: Keine Sorge, alles wird gut, wird schon klappen.»
Krafft erstellt mit seinem Team jedes Jahr ein Hoffnungsbarometer. Dafür befragen sie etwa 10’000 Personen in 15 bis 20 Ländern. Und er stellt immer wieder fest: «Die Schweizerinnen und Schweizer haben weniger Hoffnung als Menschen in ärmeren Ländern.» Weil es uns zu gut geht? «Es geht auch um die Frage, worauf man eigentlich hofft. Manchmal scheint es, als hätten wir das Hoffen verlernt.» Ist Hoffnung ansteckend? «Mehr als das. Sie gedeiht vor allem in der Beziehung. Zwar kann man auch allein im stillen Kämmerlein ein bisschen hoffen, aber diese Hoffnung ist labil. Neurologisch und entwicklungspsychologisch kann man aufzeigen, dass Hoffnung erst in der Beziehung zu anderen richtig wächst.» Hoffnung könne man lernen: «Es ist eine Fähigkeit. Es kommt darauf an, sich etwas zuzutrauen und Enttäuschungen zu überwinden.»
Ferien im Kloster werden beliebter
Die Gründe sind vielfältig, warum Gäste im Benediktinerkloster Disentis und im gleichnamigen Hotel Ferien machen. Beliebt ist in Disentis vor allem das Format «Kloster auf Zeit»: In diesem Rahmen können die Gäste bewusst den Rückzug ins monastische Leben suchen, wie Abt Vigeli Monn im Interview mit kath.ch erklärt. Dieses Angebot, das Männern vorbehalten ist, hat zuletzt rund 25 Prozent der Übernachtungen im Kloster ausgemacht. Allen Gästen des Klosters stehen die klösterlichen Angebote wie Besuche von Gebeten, Messen oder auch Gespräche mit Vertretern des Konvents offen.
Einen klassischen «Klosterferienalltag» gibt es aber nicht und auch kein explizites derartiges Angebot. Es gibt Gäste, die die Angebote des Klosters rege nutzen, andere Gäste nutzen sie dagegen gar nicht. Einen starken Anteil an den Gästen – und mit zunehmender Zahl und zunehmendem Anteil an der Bilanz – machen das Angebot «Kloster auf Zeit» und Pilgerinnen und Pilger aus. Als Benediktinerabtei gehört Gastfreundschaft zur DNA des Klosters. Mit dem Hotel Kloster Disentis wurde bewusst der Schritt gemacht, sich weiter zu öffnen. Ganz egal, welcher Grund die Gäste zum Kloster führt, ob nun Ferien, eine Übernachtung auf einer Durch- oder Geschäftsreise, eine Hochzeitsfeier im Kloster, ein Firmenevent, ein Seminar, Kongress oder Musik – oder auch Sport.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 02.08.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet