500 Euro für jeden Täufling
Seit der Gründung 1946 in Grossbritannien konnten die vereinigten Bibelgesellschaften 25 Mrd. biblische Schriften verteilen. Davon sind 1,1 Mrd. ganze Bibeln. Im letzten Jahrzehnt wurden 2,3 Mrd. Schriften verteilt, davon 264,9 Mio. ganze Bibeln. 2025 verteilten die zum Weltbund gehörenden Bibelgesellschaften 148,3 Mio. gedruckte Schriften, davon 22,4 Mio. gedruckte ganze Bibeln, 10 Mio. gedruckte Neue Testamente und 115,9 Mio. gedruckte Teilausgaben biblischer Schriften.
Die zunehmende Digitalisierung macht auch vor der Bibel nicht Halt: So wurden 2025 Bibeltexte 26,4 Millionen Male heruntergeladen – eine Zunahme von 1,9 Prozent gegenüber 2024. Doch heruntergeladen ist noch nicht gelesen.
Daher werden bei den Bibel-Apps auch die gelesenen Kapitel erfasst. So wurden Bibelkapitel im Jahr 2025 insgesamt 32,2 Mrd. Mal angeschaut – eine Zunahme von 13,8 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Beliebter wird auch das Hören von biblischen Texten: 1,4 Mrd. Male wurden Audios von Bibelübersetzungen, welche von den Bibelgesellschaften und ihren Partnern – etwa YouVersion oder Faith Comes By Hearing – bereitgestellt werden, abgespielt; eine Zunahme von 2,6 Prozent gegenüber 2024.
«Während 80 Jahren haben die Bibelgesellschaften mit einer gemeinsamen Überzeugung zusammengearbeitet: dass alle die Möglichkeit haben sollten, Gottes Wort in einer Sprache und einem Format zu begegnen, die sie verstehen», so der Generalsekretär des Weltbundes, Pastor Dirk Gevers. «Unabhängig vom Format bleibt unsere Mission dieselbe: Jede verteilte Bibel, jedes angeschaute Kapitel und jede angehörte Audiodatei bietet die Chance, dass ein Leben durch Gottes Wort verwandelt wird. Gemeinsam bringen wir der Welt weiterhin die Bibel näher und helfen Menschen, sich auf ihre Botschaft der Hoffnung, der Wahrheit und der Erlösung einzulassen.»
Reformierten-Präsidentin mit neuem Buch
Rita Famos ist die erste Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). In ihrem Buch «Leadership. Weibliche Perspektiven» versammelt sie Texte von 18 Führungspersönlichkeiten. So unterschiedlich ihre Biografien sind, etwas verbindet alle Frauen: geteilte Erfahrungen. Im Podcast «Laut + Leis» auf kath.ch sagt Rita Famos, wer sie geprägt hat. «Ich glaube, das ist nicht eine Person, das sind verschiedene. Ich beginne immer bei meiner Mutter, weil für sie war es selbstverständlich – sie war alleinerziehend –, ihre Frau zu stehen. Für mich gab es nie einen Zweifel, dass Frauen alles tun können, weil auch meine Mutter alles gemacht hat: uns erzogen, gearbeitet, eine Freizeit gestaltet, wenn noch Zeit übrigblieb.»
Dann waren politische Frauen für sie wichtig, also die ersten Parlamentarierinnen und Bundesrätinnen, deren Biografien sie mit grossem Interesse gelesen hat. Und schliesslich gibt es noch viele weitere Frauen, die teilweise auch im Buch vorkommen. Karin Lenzlinger zum Beispiel hat sie früh kennengelernt. Sie lebt wie Famos selbst in Uster, ist Unternehmerin und hat zusammen mit ihrer Schwester das Familienunternehmen von ihrem Vater übernommen und weiterentwickelt. Rita Famos: «Es sind viele verschiedene Frauen, die mich auf unterschiedliche Weise beeindruckt haben und bis heute beeindrucken.»
Millionär spendiert jedem Täufling 500 Euro
Wer sein kleines Kind katholisch taufen lässt und in der bayerischen Pfarrei Starnberg wohnt, darf sich ab sofort auch über einen Geldsegen freuen. Ein ortsansässiger Millionär hat sich entschlossen, jedem frischen Täufling 500 Euro zukommen zu lassen, berichtete die «Süddeutsche Zeitung». «Es kann nicht schaden, wenn man von frühester Kindheit an ein eigenes Verhältnis zu Gott hat und einen guten Schutzengel», erläuterte der katholische Unternehmer Peter Löw seine Motivation. Durch Gemeindemitglieder und auch den befreundeten Pfarrer habe er erfahren, dass sich manche bedürftige Familien bei der Taufe ihrer Kinder zurückhielten. Geschenke und Feier erschienen ihnen als zu kostspielig. Über diese Schwelle wolle er gern hinweghelfen, sagte der 65-Jährige, der mit der Restrukturierung von Firmen viel Geld verdient hat.
Nach seinen Worten ist die Aktion «Starnberger Schutzengelchen» zunächst auf 40 Kinder befristet. Diese dürfen nicht älter sein als drei Jahre und müssen in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg gemeldet sein. «Was wir nicht wollen: Dass jetzt aus ganz Deutschland so eine Art Tauf-Tourismus nach Starnberg einsetzt», begründete der Stifter die Bedingungen. Löw wies zugleich die Vermutung zurück, dass mit Geld Gläubige eingekauft werden sollten. Sein Geschenk sei mit keinerlei Verpflichtungen verbunden.
Pfarrer bestellt Spielzeugpistolen und landet vor Gericht
Sonntags predigt er Nächstenliebe, jetzt steht ein Glarner Pfarrer vor dem Kantonsgericht. Er hat gegen das Waffengesetz verstossen, weil er über Amazon zwei Fake-Pistolen bestellt hat. «Ich habe keine Waffe, sondern ein Spielzeug gekauft», sagte er im Gerichtssaal, schreibt die Zeitung Südostschweiz. Nie wäre er auf die Idee gekommen, wegen eines Spielzeugs das Schweizer Waffengesetz beachten zu müssen.
Im November 2024 bestellte der Pfarrer zwei Imitationswaffen über Amazon. Das Paket kam allerdings nie bei ihm an. Denn das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit fing es ab. Der Pfarrer habe keine Einfuhrbewilligung eingeholt, heisst es im Strafbefehl. Der Pfarrer sagte vor Gericht, dass er die Imitationswaffen für seinen minderjährigen Sohn bestellt habe. Sie sollten als Requisite für einen Film im James-Bond-Stil dienen, den sein Sohn drehen wollte. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Busse von 700 Franken. Zusammen mit den Verfahrenskosten müsste der Pfarrer 1350 Franken bezahlen. Ausserdem soll er eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 150 Franken bekommen und ins Strafregister eingetragen werden. «Für mich ist das eine schwierige Situation», sagt der Pfarrer. Er habe monatelang schlecht geschlafen, darüber gegrübelt, ob er tatsächlich ein Straftäter sei, und immer wieder das Waffengesetz durchgelesen. Das Kantonsgericht wird das Urteil schriftlich eröffnen.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 19.07.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet