Persönlicher Impuls

Ermutigt, fröhlich zum Glauben zu stehen

Wir sollten Mut haben unseren Glauben öffentlich zu bekennen (Symbolbild) / Christian Haslebacher
Im Fussball, aber auch in vielen anderen Sportarten und Events stehen Sportlern - durch Interviews, online-Beiträgen oder Posen - zu ihrem christlichen Glauben und stellen klar: Der Ruhm gebührt allein Gott. Warum machen wir es ihnen nicht gleich?

Gerade während der aktuellen Fussball-WM wurde über die Fussballer, die mit Posen, Gebet oder Aussagen Gott die Ehre geben, viel geredet und geschrieben. – Warum sorgen Christen, die fröhlich zu ihrem Glauben stehen, im deutschsprachigen Europa so sehr für Aufsehen?

Westeuropa versteht sich als säkular und nachchristlich. Das bedeutet: Christliche und sonst religiöse Glaubenspraxis und fromme Äusserungen sollen in der Öffentlichkeit abnehmen. Jeder und jede darf privat glauben, was er oder sie will, aber dies bitte nicht öffentlich zur Schau stellen. Wer das nicht einsehen will, erntet Kopfschütteln und gilt schnell als unaufgeklärt und unmodern.

Säkular ist nicht neutral

Was viele dabei nicht merken: Dieser säkulare Standpunkt bedeutet nicht, dass man gegenüber den Religionen neutral wäre. Im Gegenteil: Wie Religionen dies tun, beantwortet man hier die Frage, wie die Beziehung zwischen Gott und der Welt gelebt werden soll: möglichst nicht öffentlich. Dagegen haben Fussballer wie Vargas oder Nmecha mit ihren Gebeten vor Millionen von Fernsehzuschauern verstossen.

Wie diese Fussballer sollen wir Christen uns von etwas Gegenwind nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nicht nur Gläubige, sondern jeder Mensch hat mehr oder weniger durchdacht seine Weltanschauung, wie er über Gott und den Sinn des Lebens denkt. Auch der Atheismus, selbst kreierte Patchwork-Religiosität und die säkulare Überzeugung, dass der Glaube in die streng private Sphäre gehöre, sind solche Weltanschauungen. Man kann sagen, dass wir uns als Gesellschaft auf einem ganzen «Markt der Weltanschauungen» befinden. Auf diesem Markt gibt es verschiedene Antworten, wie das mit Gott, der Welt und dem Sinn des Lebens funktioniert. An christlichen «Marktständen» wird die Botschaft von Jesus angeboten, andere Anbieter werben für ihre Sichtweisen.

Der Punkt, den wir als Christen gelassen zur Kenntnis nehmen müssen, lautet: Auf einem Markt kannst du nicht unbedingt damit rechnen, dass Vertreter anderer Angebote positiv von dir reden und noch Werbung für dich machen. Dass andere Marktanbieter zuweilen über dich schnöden, gehört auf einem Markt dazu.

Die erwähnten Fussballer wussten das schon vor der WM. Sie standen trotzdem öffentlich zu ihrem lebendigen, sinnstiftenden und fröhlichen Glauben an Jesus Christus! Sie ermutigen uns damit, es ihnen gleichzutun. Vielleicht nicht auf einem Fussballplatz vor Millionen, sondern in unseren Familien, Nachbarschaften, Vereinen, Arbeitsumfeldern, im Militär- oder Zivildienst, wo immer wir sind: unaufdringlich, natürlich, authentisch und klar. Es war ihnen eine Ehre, Gott die Ehre zu geben. Lasst es auch uns eine Ehre sein.

Zum Autor: Christian Haslebacher ist Vorsitzender Viva Kirche Schweiz und Vizepräsident des Dachverbandes Freikirchen und christliche Gemeinschaften Schweiz.

Datum: 16.07.2026
Autor: Christian Haslebacher
Quelle: Livenet

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