Sozial wirksam

Einsatz lohnt sich: Pastor Ezra Jin frei

Pastor Ezra Jin wurde im Oktober 2025 wegen «illegaler Nutzung von Informationsnetzwerken» verhaftet und ist nun freigelassen worden
Mehrere NGOs hatten den Fall von Ezra Jin lange dokumentiert. Seine Freilassung dürfte wohl auf politischen Einsatz zurückzuführen sein. Doch gerade dies zeigt, dass sich der Einsatz von NGOs lohnt.

Verschiedene NGOs hatten den Fall hochgehalten. Nun dokumentierte die französische Plattform «Info Chrétienne» die Freilassung von Pastor Ezra Jin, dem Gründer der Untergrundkirche «Zion Church».

Im vergangenen Oktober war der Pastor der 2007 gegründeten Gemeinschaft inhaftiert worden. Die chinesischen Behörden stuften die evangelisch-protestantische Gemeinschaft als illegal ein, da sie nicht den offiziellen religiösen Organisationen angeschlossen war.

Die Gemeinschaft zählte zeitweise rund 1’500 Gläubige. Obwohl sie 2018 aufgelöst wurde, gelang es ihr anschliessend, sich über das Internet weiterzuentwickeln. Sie organisierte Gottesdienste per Videokonferenz und kleine Versammlungen in rund vierzig chinesischen Städten.

«Illegale Nutzung von Netzwerken»

Ezra Jin wurde im Oktober 2025 wegen «illegaler Nutzung von Informationsnetzwerken» festgenommen – gemeinsam mit weiteren Pastoren und Gläubigen in mehreren chinesischen Provinzen sowie in der Hauptstadt Peking.

Während seines China-Besuchs im Mai sprach US-Präsident Donald Trump den Fall des Pastors an und erklärte, sein Amtskollege Xi Jinping prüfe «die Situation des religiösen Leiters mit grossem Ernst». Laut einer Mitteilung von «China Aid», einer in den USA ansässigen Organisation, die sich für Religionsfreiheit in China einsetzt, «kam Ezra Jin nach seiner Freilassung in China am 4. Juli 2026 wohlbehalten in Los Angeles an».

«Systematische Kampagne»

Im Februar 2026 sagte die Tochter von Ezra Jin, Grace Jin Drexel: «Um zu verstehen, warum mein Vater im Gefängnis ist, muss man verstehen, dass China unter dem Präsidenten Xi Jinping eine systematische Kampagne begonnen hat, um die vollständige staatliche Kontrolle über das religiöse Leben zu erlangen; durch das, was die Regierung ‘Sinisierung der Religion’ nennt.»

Die chinesische Regierung spricht davon, Religionen «chinesischer» zu machen. Grace Jin Drexel kam zu einem anderen Schluss: «Es ist nichts anderes als schlichte Repression. Ab 2018 begann eine Welle der Verfolgung und des harten Vorgehens gegen jedes religiöse Leben unter dem Vorwand der Sinisierung.»

Viele machten sich stark

Natürlich ist es möglich, dass die Intervention durch die US-Regierung, die Freilassung erleichtert hat. So titelt beispielsweise «Christian Daily International»: «Chinesischer Untergrundkirchen-Pastor Ezra Jin freigelassen und in den USA angekommen, Wochen nachdem Trump den Fall bei Xi angesprochen hatte.»

Selbst wenn dies in diesem Fall so ist, ein wesentlicher Punkt darf nicht vergessen werden: Es sind christliche NGOs, welche Fälle wie diese überhaupt erst in den Brennpunkt der Öffentlichkeit rücken und die dadurch nicht immer, aber immer wieder, die Politik zum Handeln bewegen. «Open Doors» Deutschland hatte beispielsweise schon vor der Verhaftung von Ezra Jin auf die Lage aufmerksam gemacht.

Lag China auf dem Weltverfolgungsindex von «Open Doors» im Jahr 2020 noch auf dem 23. Rang, so liegt das zweitbevölkerungsreichte Land der Welt mittlerweile auf Position 17.

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern.

Datum: 07.07.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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