So machten Kirchen Schlagzeilen

Kirchen sind cool

So machten Kirchen Schlagzeilen
Diese Woche sorgten kühle Kirchen, Kirchensteuern und eine Abdankung für Aufmerksamkeit.

Die Hitzewelle hat positive Auswirkungen für die Kirche. Aufgrund ihrer dicken Steinmauern, der hohen Gewölbe und schattigen Fenster sind Kirchen und Klöster im Sommer ideale, natürliche Zufluchtsorte. Viele bieten ihre Gotteshäuser als sogenannte kühle «Klimaoasen» an, in denen Menschen der Hitze entfliehen können.  Ohne energieintensive Klimaanlagen halten die massiven Mauern die Hitze draussen. Die Innentemperatur bleibt oft konstant bei angenehmen 15 bis 19 Grad, wobei die tiefer gelegenen Krypten am kühlsten sind. 

Einen Haken gibt es: Zur Entdeckung kühler Sakralräume muss man eine Grundregel beachten: Nur Altbauten kühlen. Moderne Beton- und Backsteinkirchen heizen sich auf wie Backöfen. Viele Pfarreien und Klöster – wie zum Beispiel das Kloster Einsiedeln – laden im Sommer explizit dazu ein, die Kühle für einen Moment der Stille, zum Durchatmen oder für einen kurzen «Urlaub der Seele» zu nutzen. Eine Kirche hat auf Social Media einen Gratistipp für heisse Sommertage gepostet. Nach dem Motto: «Besuche eine Kirche, es ist angenehm kühl, du kannst beten, eine Kerze anzünden und zur Ruhe kommen.» Jedenfalls muss man für eine Abkühlung in der Kirche nicht gläubig sein. Kirchen und Klöster wollen jedoch mehr sein als Zufluchtsorte gegen die Hitze.

Firmen bezahlen auch künftig Kirchensteuern

Die St.Ursenkathedrale in Solothurn

Solothurner Firmen müssen auch in Zukunft Finanzausgleichsteuern bezahlen. Dies hat der Kantonsrat diese Woche entschieden. Die Steuern kommen unter anderen den Landeskirchen zugute. Ein Volksauftrag der Jungfreisinnigen wollte das Bezahlen dieser Steuern freiwillig machen. Die Entscheidung war am Schluss deutlich: 69 Mitglieder sprachen sich gegen den Volksauftrag aus, 25 dafür, 5 enthielten sich. Das Resultat war während der Debatte nicht abzusehen, weil die Meinungen deutlich auseinandergingen. Unbestritten war die wichtige Leistung der Landeskirchen für die Gesellschaft, etwa in der Jugend- und Altersarbeit oder in der Seelsorge im Spital, Altersheim oder Gefängnis. Auch der Erhalt historisch wertvoller Sakralbauten. Umstritten war jedoch die Frage, wie diese Leistungen finanziert werden sollen. Mehrere Parteien äusserten die Befürchtung, dass dann der Staat die bisher von den Kirchen übernommenen Aufgaben bezahlen müsste. Das bestätigte der Finanzdirektor Peter Hodel (FDP): «Wird der Volksauftrag der Jungfreisinnigen angenommen, bricht ein System zusammen, das wir an einem anderen Ort wieder flicken müssten», berichtet das Portal nau.ch.

Freikirchenmitglied: Abdankung in Kirche verweigert

Ein Leserbrief im «Nottwil Aktuell» sorgt in der Gemeinde für Diskussionen. Darin wirft ein Bürger dem katholischen Pastoralraum Region Sursee vor, den Hinterbliebenen einer Verstorbenen die Nutzung der Pfarrkirche St. Marien für die Abschiedsfeier verweigert zu haben. Er spricht von «selektiver Barmherzigkeit», fehlender Ökumene und einem pietätlosen Umgang mit Trauernden, berichtet die «Luzerner Zeitung». Die Verantwortlichen bei der Katholischen Kirche weisen diese Darstellung zurück. Simone Parise, Co-Leiter des Pastoralraums Region Sursee und Gemeindeleiter der Pfarrei Nottwil, erklärte auf Anfrage, dass die Ablehnung sich nicht gegen die Verstorbene oder ihre Angehörigen gerichtet habe. Entscheidend sei vielmehr gewesen, wer die Abschiedsfeier durchführen wollte. So hätten die Angehörigen die Nutzung angefragt, welche durch eine «externe Gruppierung» hätte durchgeführt werden sollen. «Für die betreffende Gruppierung bestehen klare Richtlinien der Deutschschweizer Bischöfe», führt Parise aus. Diese sähen vor, dass katholische Kirchenräume nicht zur Verfügung gestellt werden. Auf dieser Grundlage sei das Gesuch geprüft und schliesslich abgelehnt worden. Er bedauerte, dass der Entscheid bei den Angehörigen auf Unverständnis gestossen und zusätzlichen Schmerz verursacht haben könne. Wie Parise weiter ausführte, wäre eine Abschiedsfeier in der Kirche grundsätzlich möglich gewesen – sofern sie durch eine katholische Seelsorgerin oder durch einen Vertreter einer anderen «anerkannten christlichen Konfession» erfolgt wäre.

Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.

Datum: 28.06.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Livenet

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