So machten Kirchen Schlagzeilen

Jesus-Jubiläum 2030 bereits eröffnet

So machten Kirchen Schlagzeilen
Diese Woche strahlt das Jubiläum 2000 Jahre Jesus bereits voraus. Und in Baden wird die vor 500 Jahren gemachte Disputation von Alt- mit Neugläubigen neu lanciert.

In Jordanien wurde der Auftakt zur 2000-Jahr-Feier der Taufe von Jesus im Jordan gemacht. Gefeiert wird zwar erst 2030. Eine erste Eröffnung zur «Initiative 2030» gab es aber schon jetzt mit Kirchenführern und dem jordanischen König Abdullah II, wie das arabischsprachige christliche Portal Abouna berichtete. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, rief anlässlich der Feier zur geistlichen Erneuerung und Wiederentdeckung der Taufe auf.

Taufstette im Jordan

Die «Initiative 2030» lade ein, mit Glauben und Verantwortung in die Zukunft zu blicken, so Pizzaballa. Die als Taufstelle von Jesus verehrte Stätte Al-Maghtas am jordanischen Ufer des Jordan müsse als lebendiger Ort bewahrt werden, an dem die Menschen Gott begegnen und die Tiefe ihrer Taufe neu entdecken können. Jordaniens König Abdullah II. erklärte, im Zentrum der Jubiläumsaktion stünden eine Verbesserung der Infrastruktur und der Dienstleistungen an der heiligen Stätte. Zum Auftakt der Initiative eröffnete er zudem bereits eine internationale orthodoxe Universität an der biblischen Stätte. Die erste akademische Einrichtung an der Taufstelle stärke die symbolische Bedeutung des Ortes.

Meilenstein der Reformation

Pizzabella und Abdullah

Als sich Altgläubige mit Neugläubigen zur Disputation trafen: Aktuell wird im Kanton Aargau «500 Jahre Badener Disputation» mit öffentlichen Dialogveranstaltungen begangen. Zum Jubiläum gibt es fast 60 Veranstaltungen, welche die vier Mottos der «Disput(N)ation» darstellen. Die Anlässe sollen zum Nachdenken anregen und Fragen zum friedlichen Zusammenleben und zur Konfliktlösung aufwerfen. Mit dabei sind auch Prominente, wie etwa Bundespräsident Guy Parmelin oder alt Bundesrätin Doris Leuthard.

Während der Monate Mai und Juni 1526 wurden in der Stadtkirche Baden Streitgespräche durchgeführt. Die Initiative dazu ging ursprünglich von den Innerschweizer Kantonen aus. Im Zentrum standen Glaubensfragen und ihre politisch-sozialen Konsequenzen. Sie wurden durch den eben begonnen Prozess der Reformation aufgeworfen. Anders formuliert: Die Disputation sollte Klarheit darüber schaffen, was denn die Wahrheit und die Grundlagen des alten (katholischen) wie des neuen (evangelisch-reformierten) Glaubens seien. Gut 200 Teilnehmer debattierten miteinander. Sie kamen aus den sieben alten Orten der Eidgenossenschaft, aus den zugewandten Orten, aber auch aus Städten wie Konstanz, Augsburg und Strassburg. Die Bischöfe der Bistümer Basel, Konstanz und Lausanne waren dabei, zudem Mitglieder der Universitäten und Berufstheologen. Hauptredner auf der altgläubigen Seite war der katholische Dominikaner Johannes Eck, der sich zuvor im Deutschen Reich als Hauptgegner Martin Luthers profiliert hatte. Die Neugläubigen wurden angeführt von Johannes Oekolampad, ursprünglich ein Mönch wie Luther, der später an der Universität Basel Professor und leitender Geistlicher der dortigen reformierten Kirche wurde.

Drei Wochen dauerte die Disputation, berichtet unter anderem SRF. Debattiert wurde während insgesamt 123 Stunden, etwa über das Glaubensverständnis, die Auffassung von Taufe und Gottesdienst, über die Heiligenverehrung, Maria, Ablass und Fegefeuer.

60. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 

Badener Disputation

Dieser Sonntag trägt die Bezeichnung «Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel», kurz «Mediensonntag» genannt. Jedes Jahr veröffentlicht der Papst ein Schreiben, in dem er seine Gedanken, Anliegen, Freuden und Sorgen im Blick auf die verschiedenen Medien äussert. Papst Leo XIV. hat seine diesjährige Botschaft unter den Titel gestellt: «Menschliche Stimmen und Gesichter bewahren.» Der Papst lädt ein, Gesicht und Stimme als heilige Zeichen unserer Würde zu schützen und echte, menschliche Begegnung zu fördern. Angesicht und Stimme sind heilig. Sie wurden uns von Gott geschenkt, der uns nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen und uns mit dem Wort, das er selbst an uns gerichtet hat, ins Leben gerufen hat, dem Wort, das über hunderte Jahre zunächst in den Stimmen der Propheten widerhallte.«Wir sind keine Spezies, die aus vorab definierten biochemischen Algorithmen besteht: Jeder von uns hat eine unersetzliche und unnachahmliche Berufung, die im Laufe seines Lebens zutage tritt und gerade in der Kommunikation mit anderen zum Ausdruck kommt», so der Papst in seiner Botschaft.

Der Papst kommt in seinem Schreiben auch auf die Problematik der Künstlichen Intelligenz (KI) zu sprechen. Diese bietet sicher auch Chancen, doch darf sie nicht naiv angewendet werden, sondern in kritischer Wachsamkeit. «Wenn wir in unserer Wachsamkeit nachlassen, läuft die digitale Technologie jedoch Gefahr, einige Grundpfeiler der menschlichen Zivilisation, die wir bisweilen für selbstverständlich halten, radikal zu verändern. Künstliche Intelligenz kann uns zwar bei vielen Aufgaben helfen. Wenn wir aber aufhören, selbst nachzudenken, und uns nur noch auf die von der KI zusammengestellten Antworten verlassen, besteht auf Dauer die Gefahr, dass unser Denken, unsere Gefühle und unsere Fähigkeit zu guter Kommunikation schwächer werden. So wird unsere Kommunikation Dienst am Gemeinwohl: Sie sucht die Wahrheit, schützt die Person und achtet in jedem Menschen das Abbild Gottes.

Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.

Datum: 24.05.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Livenet

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