Von «FOMO» befreit
In den Zeiten der pulsierenden Studenten-Partys war Deborah Hohl von «FOMO» beherrscht – «Fear Of Mission Out», die Angst, etwas zu verpassen. Das konnte sie hinter sich lassen.
Vor dem Chemie-Studium gab es diesen Schullehrer, der bei tiefergehenden Fragen jeweils sagte: «Dafür müsstet ihr jetzt studieren gehen». So machte sie dies, ging studieren und wurde Chemielaborantin. Heute ist die Chemikerin beim VBG-Zweig «enVie» tätig und begleitet Menschen im Berufsumfeld.
Im Gespräch mit Ruedi Josuran spricht Deborah Hohl vom prägenden Glauben, Studenten-Partys und Vogelspinnen.
FOMO und Alkohol
Deborah Hohl interessierte sich schon immer für die Natur und Naturwissenschaften. «Seit ich mit meinem Glauben auch an Heilungen glaube, bin ich hin- und hergerissen, und doch finde ich gut, dass man forschen kann, beispielsweise für neue Medikamente in der Krebsforschung», erklärt sie.
Der Vogelspinnen-Fan wollte während des Studiums in der Freizeit nichts verpassen: «Du kennst FOMO? Ich hatte die krasse Gleichgültigkeit, hatte auch zwei, drei Sachen am selben Tag gemacht», und gerade als Chemikerin habe sie gewusst, dass Alkohol ein Zellgift sei und habe da trotzdem massiv zugegriffen.
Als gläubige Frau durfte sie später mehrere Heilungsprozesse in diversen Lebensphasen durchleben.
Jesus weiss alles und heilt sie liebevoll
Gott sei in ihrem Leben aufgetaucht. Sie erinnere sich immer wieder Bibelgeschichten, wo sie selber zur Hauptfigur werde, wie beispielsweise die Frau am Brunnen. Erst kürzlich sei ihr das passiert, dass sie dann innerlich sehen kann, wie Jesus mit ihr, also Deborah selber, umgeht, erzählt sie. So erlebt sie Heilung.
Das Schlüsselerlebnis sei damals mit 29Jahren gewesen: «Er hat mich wachgerüttelt. Ich konnte erkennen, dass Jesus das am Kreuz für mich machte, nicht nur für die Menschen damals – in meinem Herzen hatte ich das nun verstanden. Es ist auch Ehrfurcht und Demut, Gott ist so weit über mir, und ER definiert wer ich bin. Dann hatte er Ketten und Gedankenkonstrukt gesprengt, die ich teilweise schon seit der Kindheit hatte.»
Akademiker mit Lebensfragen
Bei der VBG Zürich engagiert sich Deborah Hohl im Bereich Beruf und begleitet mit dem Angebot «enVie» Menschen, die Glauben und Berufsalltag nicht voneinander trennen möchten.
Auf die Frage nach den Ratsuchenden und ihren Themen erzählt sie: «Sie kommen oft alleine und zu 100 Prozent mit akademischem Hintergrund. Es gibt Psychologen, Ärzte, und Wissenschaftler oder Berufsleute aus dem Sozialbereich. Ohne Familie. Und sie beschäftigen sich mit Krisenbewältigung, Burnout-Problematik, Berufung – auch nach Jahren, wenn man den Sinn im Aktuellen nicht mehr sieht. Umgang mit Leiden und gelebtem Glauben im Alltag.»
Zum Talk:
Datum: 05.06.2026
Autor:
Roland Streit
Quelle:
Livenet