So machten Kirchen Schlagzeilen

Mit Frieden und Hoffnung das Leben gestalten

So machten Kirchen Schlagzeilen
Diese Woche gibt es im Wochenrückblick einen Filmpreis in Cannes über eine evangelikale Familie, den Hinweis auf eine Bibelgruppe beim englischen Fussballmeister und die Erklärung, wie Taizé in die Schweiz kam.

Ökumenischer Preis von Cannes für Film «Fjord»: Einer evangelikalen Familie in Norwegen wird unterstellt, ihre Kinder mit Gewalt zu erziehen. Das Film-Drama «Fjord» von Cristian Mungiu beleuchtet vor allem die Grenzen der liberalen Gesellschaft. Dafür wurde es nun in Cannes geehrt.

Der Film «Fjord» gewiint den ökumenischen Preis von Cannes

Die Ökumenische Jury beim 79. Festival du Cannes hat das rumänische Drama «Fjord» von Regisseur Cristian Mungiu mit ihrem Preis ausgezeichnet. Der Film schildert mit unterkühlter Widerborstigkeit, wie die anfangs erfolgreiche Integration einer aus Bukarest nach Norwegen migrierten Familie mit fünf Kindern und strenger Frömmigkeit plötzlich eine Wendung macht. Treffend spricht die Ökumenische Jury in ihrer Preisbegründung davon, dass sie den Film als eindringliche Warnung vor den Gefahren versteht, «die aus ideologischen Exzessen erwachsen» – nicht nur im Bereich des Glaubens, sondern auch innerhalb einer aufgeklärten Gesellschaft. In der Auseinandersetzung mit dem Konflikt widerstreitender Überzeugungen hinterfrage der Film die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Sphäre, so die Jury. Er tue dies zudem mit grossem erzählerischem Geschick, indem er die individuellen Geschichten komplexer und tiefgründiger Charaktere miteinander verwebe.

«Bible Brothers» beim englischen Meister

Die «Bible Brothers» machen Schlagzeile in der «New York Times»

Das Fussball-Team von Arsenal London feiert den ersten Titel seit 22 Jahren. Eine Gruppe im Team wird gemäss der New York Times «Bible Brothers» genannt. Sie haben ihren Gewinn der Premier-League-Meisterschaft gefeiert und diesen Moment offen Gott gewidmet. Die Gruppe von Spielern, darunter Gabriel Martinelli, Miles Lewis-Skelly, Gabriel Magalhães, Piero Hincapié, Eberechi Eze, Gabriel Jesus und Max Dowman, posierte kürzlich für ein Jubelfoto, auf dem sie ihre Medaillen und den Pokal präsentierten, während einige das Kreuzzeichen machten. Cristian Mosquera trug unterdessen ein T-Shirt mit der Aufschrift: «Made for God, by His glory». Piero Hincapié hielt zudem ein weißes T-Shirt mit den Worten «I belong to Jesus» hoch.

Viele der Spieler haben bereits zuvor öffentlich über ihren Glauben gesprochen und sich nicht gescheut, darüber zu berichten, wie ihre Beziehung zu Gott sowohl ihr Privatleben als auch ihre Fussballkarriere beeinflusst. Jurrien Timber, den die Fans «Pastor Timber» nennen, hat ebenfalls offen darüber gesprochen, welche Bedeutung das Christentum in seinem Leben hat. In einem Interview beschrieb er den Glauben als mehr als nur ein Glaubenssystem und bezeichnete ihn als Lebensweise, die Einheit und Verständnis schaffe. Timber hat vor Spielen auch Bibelverse in den sozialen Medien geteilt und erklärt, dass ihm diese Passagen oft ganz natürlich durch Gespräche mit Teamkollegen, Familie und Freunden in den Sinn kommen.

Geist von Taizé weht in Baden

300 Menschen nehmen am Anlass teil

300 Menschen kamen am Pfingstwochenende nach Baden, um einen «Tag wie in Taizé» zu erleben. Sie kamen hauptsächlich aus der Schweiz, haben teilweise aber auch einen langen Weg auf sich genommen. Die allermeisten waren junge Erwachsene. Aber es waren auch einige dabei, die zum Beispiel 1972 das erste Mal in Taizé waren.

In Taizé existiert seit 1942 eine ökumenische Bruderschaft, die jährlich von Tausenden junger Menschen besucht wird. Eingeladen in die Bäderstadt an der Limmat hatte das OK des 500-Jahr-Jubiläums der Badener Disputation. Der ökumenische Geist, der 1526 nicht über die Disputanten habe kommen wollen, sollte nun fünf Jahrhunderte später in die Stadtkirche Mariä Himmelfahrt finden, erklärte Claudio Tomassini, Gemeindeleiter in Baden und Mitglied im OK. Er war seit seiner Jugend in Basel regelmässig in dem burgundischen Dorf Taizé und begleitete viele Gruppen dorthin. «Taizé hier nach Baden zu holen», sagte er, «nimmt uns aus der Ohnmacht heraus und stärkt uns, mit Frieden und Hoffnung das Leben und die Welt zu gestalten.» An die «Nacht der Lichter», so wie Aussenstehende Taizé vor allem kennen, kamen 600 bis 700 Menschen aus der ganzen Region. Die Kirche war auch auf Empore und Seitenbänken bis auf den letzten Platz gefüllt.

Regierung in Ägypten legalisiert 191 Kirchen

Die ägyptische Regierung hat beschlossen, dass 191 Kirchen und zugehörige Gebäude verschiedener christlicher Konfessionen legalisiert wurden. Der Erlass wurde im Anschluss an eine Kabinettssitzung unter Vorsitz von Premierminister Mustafa Madbouli erlassen. Mit dieser Verordnung steigt die Gesamtzahl der Kirchen und Gebäude, denen seit der Einrichtung eines Ausschusses zur Überwachung der Legalisierung von Kirchen im Jahr 2016 ein rechtlicher Status gewährt wurde, auf 3804. Dieser systematische Überprüfungsprozess ist Teil einer umfassenderen staatlichen Strategie zur Klärung des Status Tausender nicht genehmigter religiöser Gebäude, die in den vergangenen Jahrzehnten errichtet wurden.

Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.

Datum: 31.05.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Livenet

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