Impuls aus den Sprüchen

«Kluge Leute leihen dem Wissen ihr Ohr»

Wissen anzueignen und dazuzulernen, ist ein lebenslanger Prozess.
Am heutigen Freitag treffen sich rund 450 Persönlichkeiten aus verschiedenen Branchen in der Winterthurer Parkarena zum Forum christlicher Führungskräfte. Ich liebe solche Anlässe, weil sie zeigen: Wir wollen wachsen.

«Vernünftige Menschen öffnen dem Wissen ihr Herz. Kluge Leute leihen dem Wissen ihr Ohr.»
Sprüche 18,15; BasisBibel

Wer als Führungsperson seine Sache gut machen will, kommt nicht daran vorbei, dem Wissen sein Ohr zu leihen und sein Herz dafür zu öffnen. Dazu gehört, aufmerksam zuzuhören und das Gehörte vor Gott und im eigenen Herzen zu verarbeiten. Was hilft uns bei diesem Prozess?

Neugierig bleiben

Ein zentraler Gedanke ist, die Neugier bis ins hohe Alter zu bewahren. Wer aufhört zu lernen und Visionen zu entwickeln, läuft Gefahr, pessimistisch zu werden. Was kann uns helfen, Pessimismus loszuwerden? Der kanadische Podcaster Carey Nieuwhof schreibt in seinem Buch «Eisberg voraus», Neugier sei ein wirksames Gegenmittel: Neugierige Menschen könnten nicht pessimistisch sein. Und Neugierde sei wie andere Gewohnheiten etwas, das wir pflegen und weiterentwickeln können – etwa indem wir unserem Gegenüber Fragen stellen.

Das ist auch nötig, wenn es darum geht, Wissen zu erwerben. Wir müssen neugierig sein, um anderen wirklich zuzuhören und aufzunehmen, was sie zu sagen haben. Erfolg ist kein Zufall, sondern oft das Ergebnis von Beharrlichkeit, ständiger Weiterbildung und der Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Als Christ ist Hoffnung unser täglicher Begleiter – oder nicht? Hat sich vielleicht doch etwas Resignation und Pessimismus eingeschlichen? Dann denk mal über diese Tatsache nach: Niemand rechnete damit, dass Jesus auferstehen würde, nachdem er gekreuzigt und in ein fest verschlossenes Grab gelegt worden war. Und doch wurde er am dritten Tag wieder lebendig. Wir haben allen Grund zur Hoffnung!

Ein Ja zu meinem Wirkungsgebiet 

Für Neugierde und Lernbereitschaft ist eine weitere Voraussetzung entscheidend: unser Ja zu unserer Wirkungsgebiet. Ich mag zwar gewisse Entscheidungen oder das Verpassen von Gelegenheiten bereuen, aber irgendwann sollte ich mich damit versöhnen und vor Gott in die Haltung kommen, die in Kolosser 3,23 in der Luther-Übersetzung so schön beschrieben ist:

«Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.»

Interessant ist, dass Paulus diese Worte an Sklaven schrieb, die nun wirklich nicht die angenehmsten Tätigkeiten zu erledigen hatten. Da fällt mir das bekannte Zitat mit dem Strassenfeger von Martin Luther King ein, das er 1967 in seiner berühmten Rede «Der Bauplan deines Lebens» vor Schülern in Philadelphia gesagt hatte:

«Wenn es deine Bestimmung ist, ein Strassenfeger zu sein, dann fege die Strassen so, wie Michelangelo Bilder malte, wie Beethoven Musik komponierte oder wie Shakespeare Gedichte schrieb. Fege die Strasse so gut, dass alle Heerscharen des Himmels und der Erde innehalten und sagen müssen: Hier lebte ein grosser Strassenfeger, der seine Arbeit gut gemacht hat.»

Hingabe sei der entscheidende Unterschied, fügte Martin Luther King an.

Gott meint es gut mit dir – glaubst du das?

Verweigerung, Resignation und die Schwierigkeit, etwas in Angriff zu nehmen entstehen oft aus Misstrauen und dem Verdacht, dass es jemand oder das Leben nicht gut mit uns meinen. Das hemmt die Neugier, nimmt Hoffnung und die Freude daran, Neues zu lernen und gute Arbeit zu leisten. 

Menschen können keine wirklich gute Arbeit leisten, wenn sie nicht mit dem Herzen dabei sind. Etwas von Herzen zu tun – auch das eigene persönliche Wachstum (und auch die Grenzen!) anzunehmen – gelingt, wenn wir wissen, dass unser Schöpfer uns Würde gibt und es gut mit uns meint. Erst dann können wir wieder Ja zu dem Teil unseres Lebens sagen, in den wir gestellt sind.

Dies war auch ein zentraler Gedanke eines Talks zu den Sprichwörtern bei TBN Deutsch. Michaja Ruch hatte mich dort zum Thema «Der Weg der Weisheit endet nie» befragt:

Zum Autor: Florian «Flo» Wüthrich ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er liebt es, das Evangelium authentisch und gesellschaftsrelevant zu kommunizieren und als Brückenbauer in der christlichen Szene zu wirken. Flo ist seit über 25 Jahren als Journalist tätig. 2014 wechselte er vom Radio- in den Online-Journalismus zu Livenet. 2023 hat er die Verantwortung als Livenet-CEO übernommen. Als Talkmaster, Redaktor und Redaktionsleiter Hope Schweiz bringt er seine Stimme jedoch weiterhin auf allen Livenet-Portalen ein. 

Datum: 11.09.2026
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

Publireportage
Werbung
Livenet Service
Werbung