Bete für Regen – draussen und drinnen
Wir beten gerne für das, was gerade zu unserem Leben passt: trockenes Wetter für den Ausflug, den Grillabend, das Open Air oder die Ferien. Und ja, wir dürfen mit allem zu unserem himmlischen Vater kommen. Doch vielleicht gibt es Zeiten, in denen unsere persönlichen Wünsche kleiner werden müssen, weil die Not um uns herum grösser ist.
Eine solche Zeit erleben wir gerade. Wir brauchen Gebet, Fürbitte und eine neue Ausrichtung auf ihn. Nicht zuerst: Herr, mach die Umstände so, wie ich sie gerne hätte. Sondern: Herr, erbarme dich über uns. Zeige uns, was wir wirklich brauchen.
Jesus sagt über unseren himmlischen Vater: «Er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.» (Matthäus 5,45 EU) Deshalb mein Aufruf: Bete für Regen!
Bete für physischen Regen
Wenn Regen ausbleibt, sehen wir zunächst trockene Wiesen und Felder. Doch daraus entsteht eine Kettenreaktion: Ernteausfälle, Futtermangel, Notschlachtungen, sinkende Wasserstände, erwärmte Gewässer und Fischsterben, Waldbrandgefahr sowie langfristige Schäden an Böden und Wäldern. Und irgendwann wird aus einem ökologischen Problem ein ökonomisches Problem. Lebensmittel und Rohstoffe werden knapper oder teurer. Landwirtschaft, Produktion, Gastronomie und Handel geraten unter Druck. Unternehmen kämpfen mit höheren Kosten, Mitarbeitende und Familien mit steigenden Lebenshaltungskosten.
Als Unternehmer können wir planen, kalkulieren und Forecasts erstellen. Aber eines können wir nicht: Wir können keinen Regen produzieren. Vielleicht erinnert uns gerade die Dürre daran, wie abhängig wir trotz all unserer Möglichkeiten von Gott und seiner Schöpfung sind.
Herr Jesus Christus, erbarme dich über uns. Schenke den ausgetrockneten Regionen Regen. Bewahre Menschen, Tiere, Felder, Wälder und Gewässer. Stärke besonders jene, deren Existenz davon betroffen ist. Amen.
Bete für geistlichen Regen
Vielleicht findet die grössere Dürre aber nicht auf unseren Feldern statt, sondern in uns Menschen. Meine Bedürfnisse. Meine Karriere. Meine Leistung. Mein Erfolg. Meine Meinung. Meine Selbstverwirklichung. Wir optimieren Prozesse und verlieren manchmal den Menschen. Wir reden über Leadership und dienen immer weniger. Mitarbeitende werden zu Ressourcen, Kunden zu Umsatzpotenzial und Beziehungen zu Netzwerken. Und mitten darin fragen wir immer weniger nach Gott.
Jesus zeigt eine andere Richtung: Nicht ich zuerst, sondern der Nächste. Nicht Macht, sondern Dienen. Nicht Selbstverherrlichung, sondern Gott die Ehre. Nicht Angst und Kontrolle, sondern Vertrauen.
Auch geistliche Dürre hat wirtschaftliche Folgen. Wo Ego regiert, entstehen Machtkämpfe. Wo Vertrauen fehlt, wachsen Kontrolle und Bürokratie. Wo Menschen nur funktionieren sollen, entstehen Erschöpfung und innere Kündigung. Wo jeder zuerst seinen eigenen Vorteil sucht, leiden Teams, Unternehmen, Familien und Gesellschaft. Deshalb brauchen wir nicht nur bessere Managementmethoden. Wir brauchen geistlichen Regen.
Herr Jesus Christus, schenke uns geistlichen Regen. Beginne bei mir. Zeige mir, wo mein Ego, meine Leistung, meine Angst oder mein Kontrollbedürfnis grösser geworden sind als mein Vertrauen auf dich. Erneuere unsere Herzen und lass uns unseren Nächsten wieder sehen. Amen.
BestPractice: Mach aus Sorgen Gebet
Wir Menschen können erstaunlich viel Zeit damit verbringen, uns Sorgen zu machen. Die oft zitierte Aussage von 60'000 Gedanken täglich und nur 3 Prozent davon seien positiv ist übrigens wissenschaftlich nicht gesichert. Aber das Grundproblem kennen wir alle: Sorgen können unser Denken regelrecht besetzen.
Deshalb mein BestPractice: Mach aus jedem Sorgenmoment einen Gebetsmoment. Sobald du merkst, dass dein Kopf wieder beginnt: Was, wenn…? Wie soll das gehen…? Reicht es…? – bete. Bete für physischen Regen. Bete für geistlichen Regen. Bete für Landwirte, Unternehmer, Mitarbeitende, Familien und Menschen in Not. Und während du für andere betest, wirf deine eigene Sorge auf ihn.
«Betet ohne Unterlass», sagt Paulus in 1. Thessalonicher 5,17. Und Petrus schreibt in 1. Petrus 5,7: «Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.» Das sind keine unverbindlichen Empfehlungen. Es sind klare Aufforderungen der Schrift. So wird aus Sorge Gebet, aus Selbstbeschäftigung Fürbitte, aus Kontrolle Vertrauen – und aus ICH wieder ER.
Bete für Regen! Für den Regen, den unsere Erde braucht. Und für den Regen, den unsere Herzen brauchen.
Pat D’Ippolito ist Menschen-Trainer, Unternehmer und leidenschaftlicher Brückenbauer zwischen christlichem Glauben und Business. Er begleitet Unternehmer, Führungskräfte und Teams mit dem Ziel, nicht nur Verhalten zu verändern, sondern Menschen nachhaltig in Entwicklung und Wirkung zu bringen. Dabei ist für ihn die Ausrichtung auf Jesus Christus nicht Ergänzung, sondern Fundament. Mehr unter menschentrainerplus.org und brueckenbauen.org.
Datum: 17.08.2026
Autor:
Pat D’Ippolito
Quelle:
Livenet