Leiter-Inspiration

Dienende Leiterschaft: Lerne von Josef

Trotz schlimmen Ereignissen wendete Gott Josefs Geschichte zum Guten.
Die Bibel berichtet von vielen Leitern und Führungskräften – auch von ihren Fehlern. Und gerade dadurch können wir viel von ihnen lernen. Heute geht es heute um das Leben von Josef – in unvorstellbarem Terror formte Gott einen strahlenden Charakter.

Was hat es mit Josef gemacht, so früh von Gott zu hören, dass er zum «Herrschen» berufen war, aber er dann noch jahrzehntelang unschuldig im Off verschwand? Wie hat ihn die Krisenzeit geformt? 

Vom Träumer zum Häftling 

Josef wurde durch den Verrat seiner Brüder zum Opfer (1. Mose 37). Sie waren auf seine Stellung als Lieblingssohn eifersüchtig und verachteten seine Träume, in denen er über sie herrschte. Zuerst wollten sie ihn umbringen, aber dann verkauften sie ihn an eine vorbeiziehende Karawane. Ihrem Vater Jakob übergaben sie ein blutiges Gewand, er nahm an, Josef sei von wilden Tieren gefressen worden. 

In Ägypten wurde Josef von einem hohen Regierungsbeamten als Sklave gekauft. Sklave in der damaligen Zeit zu sein, bedeutete, Eigentum oder Besitz des Käufers zu sein. Damit waren alle Rechte am eigenen Körper, Verbleib und der Zukunft nichtig. Ein totaler Gehorsam wurde eingefordert und man war von der Willkür des Herren oder der Herrin abhängig. Gott war aber mit Josef und segnete seine Arbeit, sodass er als Verwalter für das Gut des Beamten eingesetzt wurde, der ihn gekauft hatte.  

Die Frau des königlichen Beamten versuchte, den hübschen Josef zu verführen. Als er sich der Herrin widersetzte, wozu er als Sklave eigentlich kein Recht hatte, bezichtigte sie ihn einer sexuellen Nötigung. Für viele Jahre kam er unschuldig ins Gefängnis. Auch dort segnete Gott ihn: zunächst innerlich, denn Josef wurde trotz all dieser Ungerechtigkeit und Ohnmacht über sein eigenes Leben wie durch ein Wunder nicht bitter. Und dann auch äußerlich: Man erkannte im Gefängnis erneut seine Leitungsbegabung und er wurde Mitarbeiter des Gefängnisdirektors. 

Gottgewollte Ereignisse 

Durch eine Serie von gottgewollten Ereignissen landete der verratene, beschuldigte, vernachlässigte und scheinbar vergessene Mann ohne Wert und Rechte in Augen der Menschen vor dem wichtigsten König seiner Zeit. Wieder nutzte Gott Träume in Josefs Leben. Nachdem er wichtige Träume des Pharaos gedeutet hatte, setzte der Josef zum zweitwichtigsten Mann im ganzen Land ein. Später, während einer Hungersnot, führte er auch seine Brüder in einen Versöhnungsprozess. Josef wusste um Gottes Absichten und um das sündhafte Verhalten seiner Brüder. Deshalb sagte er: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen. 1. Mose 50,19-21; LUT 

Alle Israeliten siedelten sich während dieser Hungersnot in Ägypten an. Josef wusste am Anfang, als er die ersten Träume hatte, nicht, was Gott genau mit ihm vorhatte. Er hatte einen langen und sehr schmerzhaften Weg vor sich – auch das konnte er nicht vorausahnen. Aber nach den durchlittenen Schmerzen erkannte er die Gründe Gottes und er erlebte, dass Gott verlässlich ist und für ihn sorgt. Gott gebrauchte Josef so, um zwei Nationen zu retten: die Ägypter und die Hebräer – seine eigene Familie.  

Nächste Woche geht es an dieser Stelle weiter mit David. Hier geht es zu den vorherigen Teilen des Buches. 

Zur Autorin: Evi Rodemann (Jg. 1971) lebt im Grossraum Hamburg und arbeitet als Theologin und Eventmanagerin. Sie engagiert sich in der internationalen Arbeit der Lausanner Bewegung und der «WEA Mission Commission» sowie in ihrem gegründeten Verein «LeadNow». Ihr Schwerpunkt ist die junge Leitergeneration. Ihr Buch erschien zum Thema «Scheitern erwünscht – warum uns Krisen als Leitende wachsen lassen».  

Zum Buch: 
Scheitern erwünscht! 

Datum: 05.08.2026
Autor: Evi Rodemann
Quelle: Buchauszug Scheitern erwünscht

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