Nachgefragt

Gott versorgt: «Dann ging die Bürotür auf»

Daniel Bächtold ist Software-Ingenieur und Unternehmer
Daniel Bächtold entwickelt seit 2019 mit seiner Firma «Bulp» Apps – aus Leidenschaft, wie er sagt. Sein Glaube macht daraus nichts Spektakuläres, aber er prägt, wie Daniel arbeitet: ehrlich, verlässlich und mit dem Vertrauen, dass Gott versorgt.

2019 gründete Daniel Bächtold die Software Firma «Bulp» in Konolfingen (BE), einfach aus Freude daran, Apps zu entwickeln, wie beispielsweise für die «Emmental-Versicherung». Die Selbstständigkeit ergab sich schrittweise neben zwei anderen Projekten, die er mit jeweils einem guten Freund startete. Einerseits die Firma «Tankr», welche rund um die Uhr Sportartikel-Ausleihe ermöglicht. Und andererseits «Tourify», wo Kunden aus der Tourismus-Branche selber Krimi-Wege oder Smart-Trails entwickeln können.

«Daneben startete ich in die Selbstständigkeit und habe es nie bereut», erklärt Daniel Bächtold im Gespräch mit Livenet-Redaktor Daniel Gerber. «Als Jugendlicher liebte ich Elektro-Kasten, ich war ein Technik-Freak und ich programmierte gerne. Ich wollte Erfinder werden, wie Daniel Düsentrieb. Das ist meine Leidenschaft und heute bin ich mega-dankbar: Ich kann sagen, Gott hat mich genau da hingeführt.»

Wie prägt dein persönlicher Glaube deinen Arbeitsstil?
Ich versuche immer mehr, Gott in meinen Alltag einzubeziehen. Im Büro mache ich zuerst stille Zeit, lese in der Bibel und bete. Dabei lege ich grössere Dinge Gott hin und versuche, mich bei meinen Entscheidungen an ihm zu orientieren. Ausserdem ist klar, dass die christlichen Werte gelebt werden, dass man ehrlich ist und andere nicht übervorteilt.

Daniel Bächtold

Wie triffst du schwierige Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Erfolg und biblischen Werten?
Bei meiner Arbeit befinde ich mich nicht in einem Mega-Spannungsfeld. Einzig wurde ich einmal gefragt, ob man auch bar zahlen kann, um die Steuern zu umgehen. Ich erklärte, dass ich das nicht mache. Gleichzeitig kam ich dem Kunden entgegen und übernahm die Mehrwertsteuer. Eine weitere Frage ist, wie viel Zeit ich investiere. Ab wann ist die Arbeit zu wichtig? Da bin ich immer wieder herausgefordert, zu prüfen, was richtig ist.

Wie baust du als christlicher Unternehmer durch deine Arbeit Reich Gottes?
Ich möchte so leben, dass meine Werte erkennbar sind. Ein guter Satz, den ich bei der Stiftung «LabOra» hörte, lautet: «Wir Christen sind berufen, Problemlöser zu sein.» Wenn Leute mit Anliegen zu mir kommen, versuche ich, diese zu lösen. Manchmal taucht auch abends oder am Wochenende ein Fehler in meiner Software auf, der für den Kunden ein echtes Problem ist. Da sehe ich es als meine Verantwortung, ihn trotz «Freizeit» nicht im Stich zu lassen, sondern wenns sein muss zurück ins Büro zu gehen, den Fehler zu beheben und dem Kunden damit zu helfen.

Wie verstehst du deine Berufung im Kontext deiner Arbeit?
Für mich heisst Berufung, dass ich mit meiner Arbeit anderen diene. Natürlich lebe ich davon und verlange einen Lohn – aber der Lohn ist die Folge, nicht der Zweck. Im Zentrum steht, dass ich den Leuten mit dem, was ich kann, wirklich helfe.

Welche Entwicklung – sei es international oder ganz in deinem nahen Umfeld – beschäftigt dich im Moment?
In meinem Beruf ist die Entwicklung der KI enorm spannend, aber sie bringt auch enorme Veränderungen mit. Ich bin Software-Entwickler aus Leidenschaft, deshalb habe ich mich damit auch selbstständig gemacht. Und nun programmiert die KI plötzlich die Hälfte meiner Arbeit. Für mich ist das sehr nützlich und hilfreich … aber ich sehe auch, wie ich immer weniger von meiner Lieblingstätigkeit selber ausführen kann und ich weiss nicht, was das in zwei, drei Jahren bedeutet. Das, was ich gerne entwickelte, macht nun die KI teilweise schneller und besser. Ich bin manchmal etwas wehmütig und überlege: Programmiere ich in zwei Jahren noch?

Oder du könntest vom Software-Programmierer zum KI-Entwickler werden?
Ja, das kann sein, dass Kunden auch in den von mir entwickelten Apps und Tools immer mehr KI und Automatisierungen erwarten. Das würde mir dann wieder neue Aufträge mit interessanten Anforderungen einbringen. Es bleibt spannend, aber mein Arbeitsalltag wird sich ziemlich stark verändern.

Daniel Bächtold fühlt sich berufen anderen mit seinem Wissen zu dienen

Hast du noch einen Gedanken, den du als Software-Entwickler und Unternehmer loswerden möchtest?
Ja, ich habe gelernt, dass Gott mein Versorger ist: Zwei Jahre nach dem Beginn meiner Selbstständigkeit hatte ich immer genug Arbeit. Von Marketing hatte ich aber wenig Ahnung und ich konnte mich nie gut bewerben. Es war immer so, dass mich jemand kannte, was dann jeweils zum Weiteren führte. Aber einmal hatte ich keine Aufträge mehr und ich überlegte, wie ich neue Kunden gewinnen kann. Ich betete und bat Gott um Hilfe. Eines Tages ging die Tür meines Büros auf und ein Mann stand da, den ich kaum kannte. Er fragte: «Gell, du programmierst Apps? Meine Firma braucht eine, willst du diese machen?» Ich bejahte und er versprach: «Wir kommen auf dich zu!» Eine Woche später erhielt ich einen grossen Auftrag. Ich weiss, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Gott ist mein Versorger und er weiss, was ich brauche und wann ich es brauche.

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern.

Datum: 01.08.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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