«Trotz der Strukturkrise gibt es IDEA noch»
Im Juni wurde beim christlichen Wochenmagazin IDEA Schweiz ein Generationenwechsel vollzogen: Nach 27 Jahren hat sich Heiner Henny aus dem Verwaltungsrat zurückgezogen. Der 75-Jährige hatte 1999 den Neuanfang des Magazins ermöglicht, nachdem der impuls-Verlag Konkurs gegangen war, der das frühere ideamagazin verlegt hatte.
Zum neuer Verwaltungsratspräsident wurde Oliver Roth gewählt. Der 60-jährige Unternehmer aus Aarau sieht keiner leichten Aufgabe entgegen: Viele grosse Zeitungen und Magazine haben im digitalen Zeitalter Abonnenten und Leser verloren, viele haben ganz aufgegeben. Doch Oliver Roth zeigt sich Livenet gegenüber zuversichtlich: «Trotz dieser tiefen Strukturkrise in der Medienbranche gibt es IDEA immer noch, dank eines umsichtigen Managements, ein paar tausend treuen Abonnenten und viele treuen Inserenten.» Aktuell erreicht das Magazin 10‘000 Leserinnen und Leser pro Woche, bei einer Auflage von rund 3'400 Exemplaren.
Gleichbleibende Inhalte und Partnerschaft
Von einem «Generationswechsel» schreibt IDEA Schweiz in einer Pressemitteilung, und von einer «neuen Ära». Doch die Veränderung beziehe sich in erster Linie auf die betriebswirtschaftliche Führung des Unternehmens. Seine Aufgabe als Branchen-Outsider sei es, das Fortbestehen des Magazins zu gewährleisten. Die Inhalte dürften also zumindest vorerst gleichbleiben.
Auch die enge Verknüpfung zu IDEA Deutschland in Wetzlar bleibt unverändert, denn das deutsche Schwestermagazin ist Mehrheitsaktionärin bei IDEA Schweiz. Dennoch ist die Schweizer Redaktion völlig eigenständig. «Redaktionell haben wir völlige Freiheit, das Schweizer Magazin so zu gestalten, wie wir es für richtig halten. Das ist eine äusserst privilegierte Situation. Wir können für jede Ausgabe so viele Inhalte von IDEA Deutschland übernehmen, wie wir es für unsere Leserschaft sinnvoll empfinden.»
Zukunftspläne
Doch wie möchte sich das Magazin aktiv weiterentwickeln und insbesondere gegen die abnehmenden Abonnenten-Zahlen ankämpfen? Genaue Pläne zur Weiterentwicklung möchte der neugewählte Verwaltungsratspräsident noch nicht preisgeben, dafür müsse er sich erst noch stärker in die ihm bislang neue Branche einarbeiten.
Doch bezüglich der abnehmenden Zahlen habe man zwar keine kapitalkräftigen Investoren, «sondern, was sehr viel wichtiger ist, Kirchenverbände mit tausenden von Mitgliedern. Das sind unsere Aktionäre, mit denen wir eine neue Strategie entwickeln werden, wie neue Abonnenten in den jeweiligen Kirchgemeinden gewonnen werden können.» Es sei wichtig, dass nach wie vor über Themen wie Christenverfolgung, die Bedrohung der Religions- und Meinungsfreiheit, die Herausforderung von Säkularisierung und Migration aus christlicher Sicht geschrieben werde. «Dies verdient Unterstützung und kostet weniger als einen Cappuccino pro Woche.»
Zur Autorin: Rebekka Schmidt schreibt schon 15 Jahre lang für Livenet und ist seit Juni 2026 Redaktionsleiterin von livenet.ch. Besonders gerne schaut sie über den Tellerrand und berichtet, was Gott in den unterschiedlichsten Ecken der Erde Grosses tut. Aber auch die verfolgten Christen liegen ihr sehr am Herzen. Zusammen mit ihrem Mann José Luis und ihren zwei Töchtern lebt sie in Süddeutschland.
Datum: 14.07.2026
Autor:
Rebekka Schmidt
Quelle:
Livenet