Gott gibt Grip fürs Leben
Michael Brönnimann ist Geschäftsinhaber vom Pneuhaus Brönnimann. Im Interview mit Daniel Gerber gibt er einen Einblick in seine Arbeit und sein Leben generell … und er erklärt, was ihm im Leben den richtigen Grip gibt.
Michael Brönnimann, wenn das Pneu-Center eine Bibelgeschichte wäre – welche wäre es und warum gerade diese?
Michael Brönnimann: Mir kommt die Zeit der Bibel in den Sinn, als Menschen auf Eseln und Kamelen unterwegs waren. Diese Tiere waren damals das Transportmittel, sie brachten Menschen sicher an ihr Ziel. Heute sind es Autos mit vier Rädern, die mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Auch wenn sich die Technik verändert hat, ist das Bedürfnis dasselbe geblieben: Menschen möchten sicher ans Ziel kommen. Mit unserer Arbeit dürfen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten. Das gefällt mir. Es geht letztlich darum, Menschen zu dienen.
Gibt es eine Allegorie, die dir in den Sinn kommt betreffend Reifen und dem Glauben?
Ein Reifen steht für Sicherheit, Halt und Stabilität. Gerade bei Regen oder schwierigen Verhältnissen merkt man, wie wichtig guter Grip ist. Ähnlich ist es mit dem Glauben. Er gibt mir Gewissheit und Halt. Wenn das Leben einmal rutschig wird oder ich nicht weiss, wie es weitergeht, darf ich darauf vertrauen, dass Gott mich trägt. Diese Sicherheit kann mir nichts und niemand geben.
Wie viele Pneus und Räder werden bei euch pro Jahr gewechselt?
Wir wechseln pro Jahr rund 12'000 bis 15'000 Räder und Reifen.
Wie hat dein persönlicher Glaube deinen Führungsstil geprägt?
Ich versuche, meinen Mitarbeitenden wertschätzend zu begegnen. Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit und eine dienende Haltung sind mir wichtig. Ich bin überzeugt, dass gute Führung nicht bedeutet, von oben herab zu bestimmen, sondern Menschen zu fördern, ihnen zuzuhören und sie ernst zu nehmen. Jeder Mensch ist wertvoll und verdient Respekt.
«Ich glaube, Gottes Liebe wird oft nicht durch grosse Worte sichtbar, sondern durch ehrliches Interesse, Hilfsbereitschaft und einen respektvollen Umgang miteinander.»
Wie baust du als christlicher Unternehmer durch deine Arbeit Reich Gottes?
Indem ich den Menschen diene und das Beste für sie will. Ich pflege gerne persönliche Beziehungen zu unseren Kundinnen und Kunden. Über die Jahre teilt man nicht nur schöne Momente, sondern auch Sorgen und traurige Zeiten miteinander. Da entstehen echte Beziehungen. Ich glaube, Gottes Liebe wird oft nicht durch grosse Worte sichtbar, sondern durch ehrliches Interesse, Hilfsbereitschaft und einen respektvollen Umgang miteinander.
Gab es eine Entscheidung, bei der du bewusst gegen den Strom gehandelt hast?
Ja. Immer wieder gibt es Situationen, in denen jemand erwartet, dass man etwas nicht ganz korrekt macht oder vielleicht sogar jemanden täuscht. Sei es gegenüber dem Staat, einer Leasinggesellschaft oder einer Versicherung. In solchen Fällen lehne ich einen Auftrag lieber ab oder erkläre dem Kunden, dass wir unsere Arbeit korrekt und ehrlich ausführen. Das ist vielleicht nicht immer der einfachste Weg, aber ich kann abends mit gutem Gewissen schlafen.
Welche biblischen Prinzipien leiten dich am stärksten in deiner Arbeit?
Mich begleitet besonders die Bibelstelle Kolosser 3, 23: «Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen» (LUT). Dieser Vers erinnert mich daran, dass auch unsere tägliche Arbeit einen Wert hat. Ich möchte meine Arbeit mit Freude, Ehrlichkeit und Hingabe tun, als würde ich sie direkt für Gott ausführen.
Gab es auch Momente des persönlichen Scheiterns?
Natürlich. Ich habe aber gelernt, dass ich nicht alles aus eigener Kraft schaffen muss. Immer dann, wenn ich versuche, alles selbst zu tragen, stosse ich an Grenzen. Wenn ich hingegen Dinge aus Gottes Hand nehme, ihm vertraue und nicht alles kontrollieren will, erlebe ich immer wieder seinen Segen. Das hat mich demütiger und gelassener gemacht.
Was hat dich stark geprägt?
Mein Vater hat mich sehr geprägt. Von ihm habe ich gelernt, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist. Er hat mir vorgelebt, wie wichtig Beständigkeit, Fleiss und Treue sind. Nicht immer die grossen Sprünge machen zu wollen, sondern Tag für Tag zuverlässig seine Arbeit zu tun. Diese Werte begleiten mich bis heute.
«In solchen Fällen lehne ich einen Auftrag lieber ab oder erkläre dem Kunden, dass wir unsere Arbeit korrekt und ehrlich ausführen. Das ist vielleicht nicht immer der einfachste Weg, aber ich kann abends mit gutem Gewissen schlafen.»
Welche Entwicklung beschäftigt dich im Moment?
Die Digitalisierung beschäftigt mich sehr. Viele Abläufe werden einfacher und effizienter, was ich grundsätzlich positiv finde. Wichtig ist mir aber, dass dies nicht auf Kosten des persönlichen Kundenkontakts geschieht. Im Gegenteil: Wenn administrative Arbeiten schneller erledigt sind, bleibt wieder mehr Zeit für den Menschen. Dann kann man sich Zeit nehmen, ein paar Worte wechseln oder sogar gemeinsam einen Kaffee trinken. Diese persönlichen Begegnungen sind durch keine Technik zu ersetzen.
Gibt es etwas, das du als Unternehmer gerne noch loswerden würdest?
Ich bin sehr dankbar. Dankbar für die Unterstützung meiner Frau und meiner Familie, für meinen Vater und für unsere wertvollen Mitarbeitenden. Ebenso bin ich dankbar für das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden. Mein Wunsch ist, dass das Pneuhaus Brönnimann ein Ort bleibt, an dem Wertschätzung, Vertrauen und ein gutes Miteinander gelebt werden. Erfolg misst sich für mich nicht nur in Zahlen, sondern auch darin, wie wir miteinander umgehen und ob Menschen gerne zu uns kommen.
Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern.
Datum: 11.07.2026
Autor:
Daniel Gerber
Quelle:
Livenet